AIDS: GAL ruft zu Spenden auf

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages stellte die GAL-Bürgerschaftsfraktion heute gemeinsam mit den Initiatoren Harald Greßl und Micco Dotzauer, Toms Bar in St.Georg und Detlev Gause, Pastor der AIDS Seelsorge Hamburg das Hamburg AIDS-Charity Projekt 2007 vor. Die Aktion „Die Paten – gemeinsam gegen das Vergessen“ ruft dazu auf, für den Patenschaftsfonds der AIDS-Seelsorge zu spenden.

“So geht das Geld direkt und vollständig an die, die es brauchen“, sagte Initiator Harald Greßl. „Wie sind überrascht und erfreut, wie schnell die Initiative sich ausbreitet. Es scheint, dass die Leute geradezu auf so etwas gewartet haben“, ergänzte Micco Dotzauer.

Immer mehr Menschen mit HIV/AIDS erkranken trotz oder wegen der Therapien und geraten in sozial prekäre Lebenslagen. Der Fond dient dazu, ihnen regelmäßig einen kleinen Betrag für ihren Lebensunterhalt zukommen zu lassen. „Wir begrüßen die Initiative aus zwei Gründen: Zu Ersten kommt das Geld aus dem Patenschaftsfond denen zugute, die wegen ihrer HIV-Infektion und der Kürzungen im Sozialbereich mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Zum zweiten wird die AIDS-Thematik auf diesem Wege gerade in der Szene wieder ins Bewusstsein gehoben“, erklärte AIDS-Pastor Detlev Gause.

Axel Strehlitz von der ‚Wunderbar’ übergab heute einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro und sagte dazu: „Wir sind stolz auf das gute Ergebnis unserer Aktion und wollen damit in Zeiten der Ignoranz und des Vergessens ein deutliches Zeichen der Solidarität geben.“

Viele HIV-Infizierte Menschen erkranken an AIDS, weil sie aufgrund fehlender Tests nichts von ihrer Infektion wissen. Hier rangiert Hamburg mit 51 Fällen im Großstadtvergleich nach Berlin an zweiter Stelle. Doch selbst wenn eine HIV-Infektion festgestellt wurde und die Betroffenen sich in Therapie befinden, können sie wegen der auftretenden Nebenwirkungen oft nicht mehr arbeiten. Ihre sozialen Lebenslagen verschärfen sich dadurch zusätzlich.

Hamburg ist nach Berlin auch die Stadt mit den meisten Neuinfektionen in Deutschland. Für die Halbjahre 2006/2007 hat das Robert-Koch-Institut 188 HIV-Infektionen festgestellt – damit stagniert die Zahl der Fälle in der Hansestadt auf hohem Niveau. Bundesweit ist die Zahl im ersten Halbjahr 2007 sogar um 9 Prozent angestiegen, inwieweit Hamburg davon betroffen ist, wird erst Ende des Jahres feststehen. Besonders schlimm ist der Anstieg bei schwulen Männern: 74 Prozent der Neuinfektionen treten bei ihnen auf. Damit liegt Hamburg weit über den bundesweiten Anstieg von 64 Prozent. Farid Müller, AIDS-Experte der GAL-Fraktion: „AIDS ist wieder auf dem Vormarsch. Nur verstärkte Prävention und Testkampagnen können diese Seuche aufhalten. Ich verstehe nicht, warum der CDU-Senat stattdessen die AIDS-Prävention kürzt und die Menschen in soziale Not rutschen lässt. Besonders schwule Männer sind die Opfer dieser verantwortungslosen Gesundheitspolitik.“

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