Im TV-Wettstreit am Mittwoch erwähnte SPD-Spitzenmann Michael Naumann, dass die Garbe KG 15.000 Euro an die CDU gespendet habe. Heute „enthüllt“ das Abendblatt, dass auch die SPD 5.000 Euro bekommen hat – das habe Naumann „verschwiegen“. Und der stellvertretende Chefredakteur Karl Günther Barth fordert gar eine Entschuldigung.
Was dabei offenkundig absichtlich übersehen wird: Die CDU nahm 15.000 Euro – und traf eine für Garbe äußerst vorteilhafte Entscheidung. Die SPD nahm 5.000 Euro – und zog gegen eben diese Entscheidung zu Felde. Wenn man denn einen Zusammenhang zwischen dem Geld und der Entscheidung sehen will, so bedeutet dies doch: Die CDU hat sich beeinflussen lassen, die SPD gerade nicht. Das ehrt die Sozialdemokrten und ist kein Grund für eine Entschuldigung.
Entschuldigen sollte sich Naumann vielleicht trotzdem – bei den Zuschauern. Die suggerierte Idee, dass eine Firma mit 15.000 Euro Spendengeld eine Partei bei einem 50-Millionen-Deal bestechen könnte, scheint dann doch etwas absurd. Für den Preis dürfte von Beust nicht zu haben sein.
Der Säzzer, wenn es ihn noch gäbe, würde vielleicht anhängen: Oder hat er den Deal etwa zurückgezogen, weil er von Naumann erfahren hat, dass er sich eigentlich nicht lohnt?