Ägyptischer Blogger live im Rathaus

Einen Hamburger Blick auf den Aufbruch in Nordafrika und im Nahen Osten warfen am Wochenende die Grünen: Auf Einladung der GAL-Fraktion diskutierten im Rathaus mehr als 80 Gäste mit Experten und Oppositionellen aus Syrien, Libyen, Jemen und dem Iran. Es gab eine Live-Schaltung zu einem ägyptischen Blogger.

Prof. Dr. Udo Steinbach, ehemaliger Direktor des Orientinstitutes (jetzt GIGA-Institut), hielt ein engagiertes Plädoyer für ein Aufwachen der deutschen und europäischen Politik gegenüber den historischen Umbrüchen in Ägypten und den anderen Staaten.

Die Veranstaltung wurde organisiert in Kooperation mit der Ägyptisch-Deutschen Gesellschaft Nord. Deren Vorsitzender Hani El Nokrschi plädierte für schnelle Schritte der wirtschaftlichen Unterstützung, besonders in der Energieversorgung des Nahen Ostens. Er sieht große Chancen insbesondere in dem Projekt Desertec, welches in Nordafrika die Stromproduktion aus Sonnenenergie vorantreiben soll und dabei einerseits die Energieversorgung in den Ländern vor Ort sichern, aber auch für Stromrexporte nach Europa genutzt werden soll.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Sozialen Netzwerke, Twitter, Facebook und You Tube entscheidende Impulse für die arabischen und auch die iranische Revolutionen gegeben haben und weiter geben werden. Trotz Überwachung durch Geheimdienste lassen sich die Menschen aber nicht von deren Nutzung abbringen, sondern setzen sie in Massen für Mobilisierung und Austausch ein. Darüber berichtete der ägyptische Blogger und Journalist Abel Samad den Teilnehmern am Sonnabend per Live-Schaltung via Skype.

Katharina Fegebank, Sprecherin für Europa und Internationales und Farid Müller, netzpolitischer Sprecher, der GAL-Bürgerschaftsfraktion, resümmieren: „Hamburgs arabische und iranische Community und die Menschen vor Ort erwarten mehr Solidarität mit der jungen Revolutionsbewegung. Hamburg und Deutschland dürfen bei diesem historischen Umbruch nicht einfach am Rand stehen und zuschauen. Deswegen sollte der Senat mit den oppositionellen Kräften und mit dem Konsularkorps alle Möglichkeiten der Unterstützung ausloten.“

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