Kunstwerk als Chamäleon

Auf dem Wilhelmsburger Platz soll Mitte nächsten Jahres das Denkmal „Wings of Hope“ zum Gedenken an die über Hamburg Ausgewanderten und die nach Hamburg Eingewanderten entstehen. Das noch nicht existierende Kunstwerk hat eine bemerkenswerte Verwandlung erfahren – nicht nur in der Standortfrage. Dr. Willfried Maier, kulturpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion meint: „Hamburg baut sich ein Denkmal der Beliebigkeit.“

„Wings of Hope“ war ursprünglich geplant als Skulptur auf der Freifläche des Auswanderermuseums „Ballinstadt“. Im Zuge der Senatsentscheidung für den „BallinPark“ auf der Veddel wurde dann bestimmt, das Kunstwerk an einem anderen Ort und ausschließlich aus Spendenmitteln zu bezahlen. Die CDU-Fraktion setzte per Bürgerschaftsantrag durch, dass das Kunstwerk – mittlerweile als Denkmal bezeichnet – nun auf dem Wilhelmsburger Platz gebaut werden soll. „Für das Kunstwerk fehlt offenkundig die schlüssige Idee. Deswegen zeigt es sich in Aussage, Gestalt und Ort ausgesprochen flexibel“, sagt Willfried Maier.

Die Änderungen:

Gestaltung

Ursprünglich: Ellipse mit Spirale aus Beton, am Anfang der Spirale ein großes kupfernes Dreieck mit Anmutung eines Flügels oder Schiffsbugs.

Durchmesser 20 bis 30 Meter, Höhe fünf bis acht Meter.

Aktuell: Gebogene Betonmauern und an einen Flügel erinnerndes Betonteil.

Inhalt

Ursprünglich: Auswanderung. Symbol für Sorge und Angst vor dem Neuen, aber auch Hoffnung, Freude, Neugier.

Aktuell: Denkmal der Migration zu Ehren der Auswanderer wie der Einwanderer.

Standort

Ursprünglich: Freifläche des Auswanderermuseums

Aktuell: Wilhelmsburger Platz

Finanzierung

Ursprünglich: im Rahmen BallinStadt

Zwischenzeitlich: komplett aus Spendenmitteln

Aktuell: komplett aus öffentlichen Mitteln

Preis

Urspünglich: 270.000 Euro

Aktuell: 290.000 Euro

Mit Hilfe einer Schriftlichen Kleinen Anfrage an den Senat will Willfried Maier mehr über die Hintergründe erfahren. Zum Beispiel muss der Senat erklären, warum die für Fragen der „Kunst im öffentlichen Raum“ zuständige Kunstkommission nicht an der Entscheidung beteiligt wurde.

Willfried Maier resümiert: „Ein merkwürdiger Vorgang: Die Stadt gibt sich ein Denkmal – und offenkundig hat niemand darüber nachgedacht, was es darstellen soll, wie es aussehen soll und wo es hingehört.“

Eine Skizze des ursprünglich für die BallinStadt konzipierten Kunstwerks findet sich auf der Seite des Künstlers Werner Schaarmann:

http://www.netsamurai.de/netplanet-harburg/schaarmann-info.htm

Eine Skizze der aktuellen Denkmalversion findet sich auf der Homepage der BallinStadt:

http://www.ballinstadt.com/de/BallinStadt/wingsOfHope.htm

1 Gedanke zu „Kunstwerk als Chamäleon“

  1. Beitrag : Denkmal der Migration auf der Veddel

    Erstaunliche Koinzidenzen !

    Hajo Schiff vom Kunstmagazin o.T., Frau Mummenhoff als Redakteurin für art und Wifried Maier als ehemaliger Staatsrat für Kultur haben fast zeitgleich im Oktober 2007
    schlecht informierte und teilweise unrichtige Behauptungen über das Denkmal für Migration „wings of hope“ in verschiedenen printmedien und/oder im Internet verbreitet.
    Keiner der drei angeführten Autoren hat sich je mit den Künstlern in Verbindung gesetzt, um die tatsächlichen Hintergründe und den Stand der Planung abzufragen.

    Warum redet man nicht mit uns Künstlern, bevor man uns angreift ?

    Weil Tatsachen unrichtige Behauptungen konterkarieren könnten ?

    Stattdessen gibt man einander diese unrichtigen Behauptungen weiter , welche dadurch naturgemäß noch verwirrter und verwirrender geworden sind.
    Die daraus entstandenen Artikel wurden dem geschätzten Leser
    als ordentlich recherchiert angeboten –
    Einem an Tatsachen orientierten Journalismus gänzlich zuwider laufend.

    Da drängt sich die Frage auf :

    Was mögen die wirklichen Beweggründe der Dreieinigkeit Mummenhoff, Schiff und Maier sein, den Künstlern derart Schräges ans Zeug zu flicken?

    Werner Schaarmann
    Wulf Kirschner

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