Mit dem „Sprung über die Elbe“ will der Senat in Kirchdorf Mitte-Nord ausgerechnet die feuchteste Grünlandsenke Wilhelmsburgs bebauen, kritisiert der Botanische Verein zu Hamburg. Der Zweite Vorsitzende, Horst Bertram: „Dass sich der Bau- und Umweltsenator mehr für das Bauen als für die Natur einsetzt, zeigt einmal mehr die Unvereinbarkeit beider Funktionen.“
Weiter heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins:
In der jüngsten bunten Broschüre des Senats wird mit dem Bild eines Bauernhauses ein umweltfreundliches Bauen auf der grünen Wiese Wilhelmsburgs in Aussicht gestellt.
Weder wird es hier Bauernhäuser geben, noch ist ein Bauen denkbar, dass Natur und Landschaft freundlich behandelt.
Deutschland wird im Jahre 2008 die Vertragsstaatenkonferenz zur Biologischen Vielfalt
beherbergen.
Während die Vorbereitungen dafür laufen, ist der Senat dabei, eines der ökologisch hochwertigsten Grünlandgebiete im Wilhelmsburg zu vernichten- samt Kiebitzen und Klappertopf. Die Gutachten dazu kann der Senator im eigenen Hause studieren.
Emsig scheinen schon Behördenvertreter mit der Suche nach Ausgleichsflächen beschäftigt zu sein, die dann nicht nur erworben, sondern auch noch für viel Geld naturnah umgestaltet werden müssten.
Natur aus erster Hand, wo die Biodiversität jedem in die Augen springt, soll aber den Bauplänen des Senats geopfert werden. Das ist nicht nur eine Perversion der Landschaftsplanung, sondern auch eine unverantwortbare Geldverschwendung.
Der Botanische Verein fordert daher den Senator für Stadtentwicklung und Umwelt auf, diese Planung aufzugeben.