DGB Nord: Südwester für Kanzlerin in Kiel

Auf der heute beginnenden Achten Maritimen Konferenz in Kiel wollen die Arbeitnehmer sich nicht weiter hinhalten lassen, sondern Taten sehen. Die maritime Wirtschaft ist an allen Ecken in der Krise und die Bundesregierung redet viel, aber handelt zu wenig. Der DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn kritisiert die Kanzlerin.

„Ich empfehle Frau Merkel und ihren Begleitern eine Kanal- und Schleusenfahrt, einen Gang durch die Docks und Containerstraßen, einen Blick in die Auftragsbücher und bei einer Begegnung mit Arbeitnehmern einen Südwester gegen den Wind von vorn: Es wird höchste Zeit, dass die Kanzlerin die maritime Wirtschaft und die Arbeitsplätze an der Küste zur Chefsache macht. Wir wollen einen Maritimen Koordinator im Kanzleramt. Der Norden verdient es nicht, durch die Bundespolitik weiter ins Abseits gedrängt zu werden.“

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), erwartet von der Achten Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel konkrete und nachprüfbare Maßnahmen gegen die Werftenkrise, den Verfall der Verkehrswege und die Verzögerungen bei der Energiewende.

„Am Nord-Ostsee-Kanal passiert viel zu wenig, die Anbindung der Häfen muss verbessert, das Ausflaggen der Reeder muss beendet werden. Von Atomausstieg und Offshore-Energie könnte der Norden mehr haben als bisher. Das Know-How der Arbeiter auf den Werften und in der Windkraftindustrie muss auch durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen gesichert werden – angesichts von Entlassungen, Insolvenzen und Kurzarbeit darf die Bundesregierung nicht zögern und vertagen.

Wir lassen uns nicht hinhalten: Das Land braucht einen Masterplan für die Energiewende und Impulse für das maritime Wirtschaften“, so Polkaehn.

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