10 Jahre Pflegestützpunkte Hamburg

Rund 80.000 Menschen nahmen bisher kostenlose Beratung in Anspruch

Im Juli 2009 eröffneten in Hamburg die ersten zwei Pflegestützpunkte in den Bezirksämtern Hamburg-Mitte und in Hamburg-Nord. Es folgten in kurzer Folge sieben weitere Stützpunkte. In jedem Hamburger Bezirk beraten seither Pflegefachkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sozialversicherungsfachangestellte kostenlos und neutral zu allen Fragen rund um das Thema Pflege.

Außerdem wurde einmalig in Deutschland beim Beratungszentrum „sehen|hören|bewegen|sprechen“ ein Pflegestützpunkt für Eltern mit pflegebedürftigen Kindern eingerichtet. Seit ihrer Eröffnung haben rund 80.000 Menschen die Beratung in den Pflegestützpunkten in Anspruch genommen – Tendenz steigend. In diesem Jahr feiern die Pflegestützpunkte Hamburg ihr 10-jähriges Bestehen. Das Beschwerdetelefon Pflege ergänzt das Beratungsangebot der Pflegestützpunkte seit vielen Jahren als Klärungs- und Vermittlungsstelle.

Einrichtungen stellen ihre Beratungsangebote an Infoständen in der Hamburger Innenstadt vor

„In den Hamburger Pflegestützpunkten werden ältere Menschen und ihre Angehörigen über Möglichkeiten der Pflege auch im eigenen Zuhause und Hilfen bei der Haushaltsführung beraten. Sie arbeiten dabei eng mit den bezirklichen Seniorenberatungen zusammen und helfen weiter, wenn ein Pflegeheimplatz, ein Pflegedienst oder eine Kurzzeitpflege gesucht wird. Schließlich ist es ein primäres Ziel dieser Einrichtung, Überforderungen und Gefährdungen von Pflegebedürftigen sowie Helferinnen und Helfern zu vermeiden und rechtzeitig professionelle Hilfen anzubieten. Die hohe Anzahl der Beratungen zeigt, dass wir vor 10 Jahren die richtige Entscheidung getroffen haben, gemeinsam mit den Landesverbänden der Pflegekassen und den Bezirksämtern in Hamburg eine Pflegeberatung unter einem Dach einzurichten. Gemeinsam wollen wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben“, so Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.

Zum 10-jährigen Jubiläum laden die Träger der Pflegestützpunkte, die Landesverbände der Pflegekassen sowie die Freie und Hansestadt Hamburg zusammen mit diversen Kooperationspartnern am Mittwoch, 26. Juni, von 14 bis 18 Uhr zu einer Informationsmeile in die Hamburger Innenstadt an den Gerhart-Hauptmann-Platz ein. Verschiedene Pflegekassen und Träger informieren an Ständen über ihre Beratungs-, Unterstützungs-, Leistungs- sowie Entlastungsangebote für junge, ältere, pflegebedürftige Menschen.

Die Pflegestützpunkte werden gemeinsam von den Kranken- und Pflegekassen und den Bezirksämtern finanziert. Seit 2009 beraten sie pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen unabhängig zu allen Fragen rund um das Thema Pflege:

  • Sie informieren über die Möglichkeiten der Pflege in der eigenen Wohnung
  • Sie unterstützen bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz
  • Sie helfen bei der Beantragung von Versicherungs- und Sozialleistungen
  • Sie beraten bei Finanzierungsfragen.
  • Auch bevor eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird, informieren die Beraterinnen und Berater in den Pflegestützpunkten darüber, welche Hilfemöglichkeiten es gibt, wenn die eigene Haushaltsführung nicht mehr möglich ist und/oder welche Senioren-Betreuungs- und Begleitdienste in Hamburg tätig sind.

Die Beratung erfolgt unabhängig von der Kassenzugehörigkeit oder dem Bezug von Sozialleistungen. Neben allgemeinen Auskünften findet im Pflegestützpunkt auch eine individuelle und umfassende Pflegeberatung statt. Hierbei unterstützen die Beraterinnen und Berater Hilfesuchende bei der Koordination einzelner Schritte, wenn erforderlich auch über einen längeren Zeitraum. Darüber hinaus bieten die Pflegestützpunkte eine umfassende individuelle Begleitung über einen längeren Zeitraum an. Das Besondere an Pflegestützpunkten ist dabei, dass all ihre Leistungen unter einem Dach erfolgen. Hierbei müssen keine unterschiedlichen Stellen (Kranken-/Pflegekassen und/oder Bezirksämter) aufgesucht werden, um Anträge zum Hilfe- und Pflegebedarf zu stellen. Der jeweilige Pflegestützpunkt bündelt alle relevanten Informationen und Unterstützungsangebote unter einem Dach.

Auch das „Beschwerdetelefon Pflege“ ist ein wichtiger und häufig genutzter Beratungsservice rund um alle Fragen der ambulanten, vollstationären und teilstationären Pflege in der Stadt. Bestehen Probleme oder Unzufriedenheit mit Pflegeleistungen, kann die Beratung und Vermittlung des Beschwerdetelefons Pflege helfen, Konflikte zu lösen oder es kann auch bei Missständen abgeholfen werden. Handelt es sich bei der Beschwerde um die Schilderung von gravierenden Pflegemissständen, die eine Gefährdung der pflegebedürftigen Menschen oder der Pflegepersonen vermuten lassen, können über das Beschwerdetelefon Pflege parallel auch die Wohn-Pflege-Aufsichten in den Hamburger Bezirken und/oder die Pflegekassen informiert und eingeschaltet werden. Das Beschwerdetelefon Pflege arbeitet eng mit dem Pflegestützpunkt Hamburg-Mitte zusammen. Bei Bedarf stehen die Beraterinnen und Berater des Pflegestützpunktes bei der Bearbeitung der Beschwerde mit zur Verfügung. Das Team kann auf die langjährigen Erfahrungen aus der Arbeit der ehemaligen Beratungsstelle „Pflegetelefon Hamburg“ aufbauen.

Weitere Informationen zu allen Pflegestützpunkten finden Sie unter www.hamburg.de/pflegestuetzpunkte und www.hamburg.de/beschwerdetelefon-pflege.

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