1 AKW minus 1 Lüfter = 1 Ereignis

Im Atomkraftwerk Brokdorf ist ein Lüfter der Umluftkühlung im Notspeisegebäude ausgefallen. Die Lüftungsanlage ist nicht unwichtig: Sie hat sowohl betriebliche als auch sicherheitstechnische Aufgaben. Das meldepflichtige Ereignis wurde der Atomaufsichtsbehörde in Kiel heute fristgerecht mitgeteilt.

Ursache des Defekts war eine schadhafte Antriebswelle. Die defekte Welle wurde kurzfristig in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde ausgetauscht. Dieses meldepflichtige Ereignis der Kategorie „N“ wurde der Atomaufsichtsbehörde heute (15. Oktober) fristgerecht gemeldet.

Die Wärmeabfuhr zur Einhaltung der erforderlichen Raumluftzustände im Anforderungsfall war durch andere Lüfter sichergestellt. Zur Klärung der Schadensursache hat die Atomaufsichtsbehörde unabhängige Sachverständige hinzugezogen.

Die schleswig-holsteinische Atomaufsichtsbehörde wurde darüber hinaus von der Betreibergesellschaft über eine Leistungsreduktion am Sonntagabend (14. Oktober) im Kernkraftwerk Brokdorf informiert. Aufgrund einer fehlerhaften Abschaltung einer von vier Hauptkühlmittelpumpen kam es zu einer ungeplanten Reduktion der elektrischen Leistung um ca. 900 MW. Seit dem frühen Montagmorgen befindet sich die Anlage wieder im Volllastbetrieb.

Hintergrund

Die Lüftungsanlage im Notspeisegebäude hat sowohl betriebliche als auch sicherheitstechnische Aufgaben. Die lüftungstechnische Versorgung erfolgt entsprechend des Aufbaus des Notspeisegebäudes durch vier gleichartige Umluftanlagen. Jede dieser Umluftanlagen führt über zwei Lüfter die Verlustwärme der elektronischen Anlagen bei Betrieb und zusätzlich die Abwärme der zugehörigen Dieselanlagen im Anforderungsfall aus dem zugehörigen Notspeisegebäudeteil ab.

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