Wieder mehr Gewalt in Hamburg

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat eine gemischte Kriminalitätsbilanz des ersten Halbjahres 2008 gezogen. „Die Entwicklung in vielen Deliktsbereichen ist Besorgnis erregend. Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten bleibt bislang zwar in etwa auf Vorjahresniveau. Demgegenüber ist der Anstieg der schweren Gewalt auf offener Straße um 7,5 % alarmierend“, sagte SPD-Innenexperte Andreas Dressel. Er verwies auf die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage, in der die SPD die Kriminalitätsstatistik für das erste Halbjahr 2008 erfragt hatte.

Jeden Tag gebe es fast zehn registrierte Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzung im öffentlichen Raum. Die bislang verabschiedeten Senatskonzepte hätten die Zunahme der Gewaltkriminalität nicht stoppen können. Die Zahl der registrierten Straßengewaltdelikte stieg den Angaben des Senats entsprechend von 1617 im ersten Halbjahr 2007 auf 1738 im ersten Halbjahr 2008. Brennpunkt bleibt hier weiter der Bezirk Mitte – dort stiegen die Delikte von 690 auf 830 an. Das Bild der „sich weiter drehenden Gewaltspirale in unserer Stadt“, so Dressel, werde komplettiert durch den – auch von der Innenbehörde eingeräumten – Anstieg der Tötungsdelikte, der Körperverletzungsdelikte (+1,6%) und der Rohheitsdelikte (+2,5%).

Während bei Raub- und Diebstahlsdelikten weiter durchaus erfreuliche Rückgänge zu verzeichnen waren, gebe die Zunahme im Bereich der Wirtschaftskriminalität Anlass für weitere Nachfragen. Die Fälle stiegen von 509 (1. Halbjahr 2007) auf 1977 (1. Halbjahr 2008). Hier sollte die Innenbehörde erklären, ob die Zunahme der Delikte auf Großverfahren zurückgeht oder ob sie einen allgemeinen Trend widerspiegelt.

Leicht rückläufig ist – auch das geht aus der Antwort des Senats auf die SPD-Anfrage hervor – die Aufklärungsquote. Lag sie 2007 insgesamt noch bei 45,9%, deutet sich 2008 ein geringfügiger Rückgang an. Bisher wurden 45,6% registriert.

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