Wasserstoff von der Waterkant

Die Nordländer Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich auf eine Norddeutsche Wasserstoffstrategie verständigt. Das geht aus einer Mitteilung der beteiligten Wirtschafts- und Verkehrsminister hervor. Gemeinsam wollen die Bundesländer bis zum Jahr 2035 eine umwelt- und klimafreundliche Wasserstoffwirtschaft aufbauen. Dazu sollen bis zum Jahr 2025 mindestens 500 Megawatt und bis 2030 mindestens fünf Gigawatt Elektrolyseleistung zur Erzeugung von umweltfreundlichem Wasserstoff zur Verfügung stehen.

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann

Hintergrund

Wasserstoff lässt sich mit Hilfe von Strom aus Wasser produzieren und anschließend emissionsfrei nutzen. Werden zur Gewinnung des Wasserstoffs erneuerbare Energien wie Windstrom eingesetzt, spricht man von „grünem“ Wasserstoff. Dieser kann als Speichermedium für Strom oder auch in direkter Nutzung beispielsweise im Bereich der Mobilität, von industriellen Prozessen oder im Gebäudebereich ein zentraler Baustein auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft sein. Hamburg fördert bereits seit längerer Zeit die Wasserstofftechnologie. Dazu gehören unter anderem Busse, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben werden, oder auch erste Umrüstungsmaßnahmen des Hamburger Gasnetzes, damit der Anteil an grünem Wasserstoff kontinuierlich gesteigert werden kann. Fortgeschritten sind außerdem die Planungen, im Hamburger Hafen die weltweit größte Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Leistung von 100 Megawatt zu bauen.

Dazu Monika Schaal, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Als Hamburger SPD und Bürgerschaftsfraktion werden wir uns nach Kräften dafür einsetzen, Wasserstoff zu einer echten Option im Kampf gegen den Klimawandel zu machen. Die Nordländer schaffen mit ihrem Vorstoß die Voraussetzungen dafür, die Energiewende konsequent auch auf die Bereiche Mobilität, Industrie und Wärme auszuweiten. Damit kann die Energiewende auch dort eingeleitet werden, wo heute flüssige Brennstoffe wie Benzin, Diesel oder Kerosin eingesetzt werden, die nicht ohne weiteres direkt durch grünen Strom ersetzbar sind. Norddeutschland hat den Standort, die Infrastruktur und die wirtschaftliche Expertise, um eine umfassende Wasserstoffwirtschaft aufzubauen und ihr zum Durchbruch zu verhelfen. Mit erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, können wir im Norden sauberen, umweltfreundlichen Wasserstoff erzeugen und damit eine wichtige Antwort auf die Klimafrage geben.

Es ist sehr gut, dass der Hamburger Senat gemeinsam mit den anderen Nordländern im Rahmen seiner Wasserstoffstrategie ausschließlich auf grünen Wasserstoff setzt – ganz im Gegensatz zum Bundeswirtschaftsminister. Das legt den Grundstein für eine ganz neue fossil- und CO2-freie und damit klimafreundliche Energieversorgung. Der Bund muss endlich einlenken und den Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich forcieren. Gerade auch den Ausbaudeckel für Windenergie gilt es aufzuheben. Außerdem ist es jetzt dringend erforderlich, die regulatorischen Hemmnisse durch Steuern und Abgaben zu beseitigen. Schon heute verfügt Hamburg über eine sogenannte Power to Gas-Anlage, die aber aufgrund von Steuern und Abgaben nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.“

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