Wandsbek: CDU, GAL, FDP stimmen Bordell zu

Die Wandsbeker Bürgerinnen und Bürger haben sie gestern sicherlich nicht vertreten: Gestern zogen CDU, GAL und FDP in der Bezirksversammlung Wandsbek ihren Protst gegen die Errichtung eines sogenannten „Mega-Puff“ in der Angerburger Straße zurück. Vier CDU-Abgeordnete fühlten sich ihren vorher gemachten öffentlichen Äußerungen verpflichtet und stimmten nicht mit.

Auf Antrag der CDU wurde auf der gestrigen Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek der Beschluss zurückgezogen, der sich gegen die Genehmigung des Bordells in der Angerburger Straße richtete. Damit haben sich die beiden im Senat vertretenen Parteien CDU und GAL mit Unterstützung der FDP gegen die Interessen der Wandsbekerinnen und Wandsbeker gestellt.

Dazu Uwe Lohmann der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion: „Weil sich Herr von Beust nicht mit diesem Thema im Senat befassen will, musste die CDU ihren eigenen Antrag wieder kassieren. Überhaupt nicht zu verstehen ist das Abstimmungsverhalten der GAL bei diesem Thema.“

Dieses Vorgehen stieß bei den zahlreich anwesenden Bürgerinnen und Bürgern auf großes Unverständnis, sie fühlen sich im Regen stehen gelassen und vermissen insbesondere, dass sich die Bezirksamtsleiterin nicht einmal persönlich für ihre Anliegen interessiert hat. Es wurde im Rahmen der öffentlichen Fragestunde moniert, dass die Senatsparteien einknicken, damit sich der Senat nicht mit den Anliegen der Anwohner befassen muss. Die Bürger richteten die direkte Frage an die Bezirksamtsleiterin, warum nicht dem Senat diese Entscheidung überlassen wurde, anstatt sich gegen die Interessen der Bürger zu stellen.

Auch der Wandsbeker SPD-Bezirksabgeordnete, Rainer Schünemann vermisst in seinem Redebeitrag eine starke Stimme der Wandsbeker im Senat: „Nicht nur in der Bordellaffäre, auch bei anderen Themen hat Bezirksamtsleiterin Schroeder-Piller versagt. Die Wandsbeker haben keine laute Stimme beim Senat. Wie kann es sonst zustande kommen, dass bei der Vergabe der Mittel im Konjunkturprogramm nur 20.000 Euro für den größten Bezirk Hamburgs übrig bleiben?“

„Einmal mehr wurde deutlich, dass die Bezirksamtsleiterin kein Interesse an den Sorgen und Ängsten der Wandsbekerinnen und Wandsbeker hat und sich hinter Paragrafen versteckt anstatt den direkten Kontakt mit ihren Bürgerinnen und Bürgern zu suchen oder sich für Wandsbeker Interessen stark zu machen, wenigstens eine Entschuldigung wäre jetzt angebracht gewesen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Ritzenhoff.

4 Gedanken zu „Wandsbek: CDU, GAL, FDP stimmen Bordell zu“

  1. Hier wird wieder deutlich wie sich Verantwortliche gegen das Wohl unserer Kinder wenden. es wird über ein Industriegebiet gesprochen aber in Wirklichkeit handelt es sich hier um ein Wohngebiet in der Nachbarschaft.
    Es interessiert scheinbar niemanden das in unmittelbarer Nähe (Stephanstrasse, 200m Luftlinie) eine Grundschule mit mehr als 500 Schüler ihre Kindheit verbringen, oder das es hier Tageseinrichtungen für Kinder gibt.
    Die Gesamtschule Alter Teichweg (Verlängerung Tilsiter Strasse und damit Zubringer zur Angerburger Strasse) ist ein gutes Beispiel wie versucht wird eine Menschenwürdige Umgebung zu schaffen, hier wird Geld investiert um die Zukunft unserer Kinder besser zu gestalten. Ein Sozialer Brennpunkt soll Humaner werden. Wir wollen in der Gartenstadt keinen Puff, wir brauchen Verständnis für unsere Kinder.

  2. @Ralph König

    Das Gebiet um das es geht ist ein Gewerbegebiet. Sie wollen dort kein Bordell haben. Sie wollen in einem Gewerbegebiet also kein Bordell. Wollen Sie es stattdessen lieber in einem reinen Wohngebiet oder wollen Sie einen Straßenstrich mit all seinen Begleiterscheinungen? Prostitution ist in diesem Land legal und es gibt einen Bedarf dafür (ohne käuflichen Sex könnte wahrscheinlich keine Frau mehr sicher alleine ausgehen – in Ländern, in denen Prostitution unterbunden wird, nehmen die Vergewaltigungen deutlich zu). Also ist es doch besser, wenn die Prostitution in geregelten Bahnen in kontrollierbaren Bordellen ausgeübt wird, als ungeregelt in Modellwohnungen (die sind regelmäßig in Wohngebieten) und auf dem Straßenstrich.

  3. Hermann Ahrens hat sicherlich recht mit seinem Hinweis, daß -wenn überhaupt- ein Bordell in einem Industriegebiet besser aufgehoben ist, als in einem Wohngebiet. Allerdings begauptet Herr Ralph König, daß es sich hier um ein Wohngebiet handele. Kann man das mal feststellen?

    Mich interessiert mehr die Frage, ob man überhaupt in Wandsbek ein neues Bordell benötigt. Gibt es dazu denn Untersuchungen? Ist der Bedarf erkennbar? Wem dient dieser neue Standort?

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