Umweltbehörde verdoppelt Zuschüsse für Grüne Dächer

Die Umweltbehörde verlängert die Gründachförderung um weitere fünf Jahre bis 2025 und verdoppelt zugleich die Zuschüsse auf bis zu 100.000 Euro für Grundeigentümer.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Gründächer sind wichtig für eine Stadt, in der viel gebaut wird. Sie bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere, halten Niederschläge zurück und entlasten damit die Siele im innerstädtischen Bereich. Deswegen freue ich mich sehr, dass wir die Förderung verlängern und verdoppeln konnten.“

Die Gründachstrategie wurde 2014 eingeführt und hat sich als ein wichtiger Baustein des Hamburger Klimaplans etabliert. Die Pflanzen kühlen die umgebende Luft ab und feuchten sie an. Dadurch reduzieren sich städtische Wärmeinseln. Die Pflanzen reinigen zudem die Luft von Staub und Schadstoffen. Die Pflanzendecke schützt die Dachabdichtung, die auf diese Weise bis zu doppelt so lange hält wie bei einem nicht begrünten Dach mit harter Bedachung. Es gibt eine spezielle Saatmischung mit dem Namen „Hamburger Naturdach“, die Hummeln, Schmetterlingen und Bienen reichlich Nahrung bietet und Bodenbrüter dort Nistplätze finden. Sie kann auf Schuldächern auch den praktischen Biologie-Unterricht unterstützen, da natürliche Standorte mit Trocken- und Magerrasen in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Die Mischung ist für sonnige und halbschattige Flächen geeignet und besteht aus Kräutern wie Schafgarbe, Reiherschnabel, Thymian und Gräsern wie Waldzwenke oder Zittergras.

Mehr als drei Millionen Euro stehen hierfür zur Verfügung. Weiterhin wird der Zuschuss für die Aufstellung von Solarmodulen in Kombination mit Gründächern verdoppelt. Es werden künftig bis zu zehn Euro für die Befestigung pro Bruttokollektorfläche gezahlt. Photovoltaikanlagen erhöhen auf Gründächern ihre Effektivität, denn die Pflanzen kühlen die Umgebungstemperatur der Solarzellen und erhöhen dadurch deren Wirkungsgrad.

Flächen am Boden sind begehrt. Daher werden Dachflächen immer attraktiver, um sich auf ihnen zu erholen, Sport zu treiben oder Gemüse anzubauen. Auf Gründächern leben Bienen, Vögel oder Schmetterlinge und viele unterschiedliche Pflanzen. Um den Artenreichtum zu steigern und Gründächer ökologisch aufzuwerten, erhöhen sich ab Januar 2020 die Anforderungen an die Dicke der Vegetationstragschicht. So wird mehr Regenwasser zurückgehalten und verdunstet. Für begrünte Dächer müssen in Hamburg nur 50 Prozent der Niederschlagswassergebühr gezahlt werden.

Bei der Hamburger Gründachförderung geht es sowohl um die Nachrüstung von Dächern mit einer Begrünung als auch um den Bau von Dachgärten auf Neubauten sowohl bei Wohn– als auch Gewerbegebäuden. Gefördert werden Dachbegrünungen auf oberirdischen Geschossen von Wohn- und Nichtwohngebäuden, die freiwillig durchgeführt werden und nicht aufgrund rechtlicher Regelungen erforderlich sind. Die Beantragung der Fördermittel ist möglich ab einer geplanten Nettovegetationsfläche von 20 Quadratmetern und bei einer Dachneigung bis zu 30 Grad. Die Zuschüsse gibt es bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg). Tel.: (040) 248 46-345, E-Mail s.hainz@ifbhh.de, Mo-Do, 8-17, Fr 8-14. Weitere Infos: www.ifbhh.de, www.hamburg.de/gruendach

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