U 4: Der Bund beteiligt sich

photocaseU-BAHN.jpegMit 113,5 Millionen Euro will sich der Bund an den Kosten der bisher 280 Millionen Euro teuren U-Bahn vom Jungfernstieg in die Hafencity beteiligen, berichtet Einweihungssenator Freytag und jubelt, dies sei ein großer Erfolg für die Hansestadt. Wohl mehr ein Erfolg für sein Ego: Außer Freytag und ein paar eingeschworenen CDU-Abgeordneten hielten bisher alle das Projekt für baren Unsinn. 2007 möchte Freytag mit dem Bau beginnen. Letzte Chance für alle, die das Geld nicht in 40 Meter Tiefe vergraben wollen: Baubeginn verzögern, auf bessere Zeiten nach der Bürgerschaftswahl 2008 hoffen.

Etwa 100 Millionen Euro pro Kilometer soll die U-Bahn kosten. Dafür darf der Fahrgast vom Jungfernstieg aus in eine schwarze Röhre starten und kommt 40 Meter unter der Hafencity wieder heraus. Hat er Rolltreppn und Fahrstuhl überwunden, stellt zum Beispiel der Besucher der Elbphilharmonie fest: Man kann das Ding zwar sehen – aber man muss auch mindestens noch zehn Minuten laufen.

Die Trasse soll unter einem erheblichen Teil der Innenstadt hindurchführen. Verschiedene Pfahlgründungen – zum Beispiel die des Hamburger Hof – werden nur knapp unterfahren. Risse, Schadensersatzforderungen und dergleichen mehr sind programmiert, aber bisher nicht kalkuliert.

Die Kalkulation gilt unter Fachleuten ohnehin als zumindest fragwürdig. Vergleichbare U-Bahn-Bauten in anderen Städten waren bisher durchweg teurer. Dem Vernehmen nach erwägt die Opposition, im Vorwege den Landesrechnungshof einzuschalten, um das Zahlenwerk überprüfen zu lassen. So soll verhindert werden, dass irgendwann zähneknirschend viele Millionen nachbewilligt werden müssen, weil niemand mit einer halbfertigen Bahn aufhören will, weil das Geld alle ist.

Kritiker der U-Bahn hatten verschiedene abweichende Vorschläge für die Anbindung gemacht: Eine Stelzenbahn, wie zwischen Baumwall und Landungsbrücken, oder eine moderne oberirdische Stadtbahn, wie jede zweite Weltstadt sie in den vergangenen Jahren eingeführt hat.

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