Tod der kleinen Lara: Sondersitzung

Die SPD-Fraktion fordert eine lückenlose Aufklärung des Tods der kleinen Lara aus Wilhelmsburg, die mit offensichtlichen Zeichen von Vernachlässigung und Unterernährung aus der elterlichen Wohnung in Wilhelmsburg geborgen wurde. Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Carola Veit, die auch Vorsitzende des Familienausschusses der Bürgerschaft ist, hat zum Tod von Lara eine öffentliche Sondersitzung des Familienausschusses am 19.03.2009 ab 17 Uhr im Rathaus angesetzt und eine Kleine Anfrage (hier als PDF) eingereicht.

Carola Veit: „Ich bin traurig und betroffen – wieder ist ein kleines Kind gestorben, weil es offenbar keine ausreichende Hilfe bekam. Aber ich will keine Vorverurteilungen aussprechen, bevor alle Informationen lückenlos auf dem Tisch liegen, denn Schnellschüsse helfen niemandem.“

Veit, die auch Mitglied des nach dem Tod der kleinen Jessica aus Jenfeld gebildeten Sonderausschusses „Vernachlässigte Kinder“ war: „Ich hätte mir gewünscht, dass es so einen tragischen ‚Fall‘ in Hamburg nicht wieder geben würde.“ Besonders tragisch sei, dass Lara und ihre Mutter nicht nur bekannt gewesen seien, sondern auch Hilfen erhalten hätten: „Das ist ganz anders als bei Jessica, die den Behörden nicht bekannt war. Warum Lara trotzdem sterben konnte, müssen wir aufklären – und die nötigen Konsequenzen im Hilfesystem ziehen.“

Dass die Ausschuss-Sitzung erst in einer Woche stattfindet, bedauert Veit: „Die CDU hatte leider vorher keinen freien Termin.“

Auch Mehmet Yildiz, Kinder- und Jugendpolitischer Sprecher der LINKE-Fraktion, fordert Aufklärung: „Es ist sehr traurig, dass sich wieder so ein tragischer Todesfall in Hamburg ereignet hat. Es scheint erneut ein Versäumnis der zuständigen Behörde vorzuliegen. Obwohl die Mutter bereits vom Amt betreut wurde, hat sich acht Tage lang niemand dort sehen lassen. Das ist für ein Baby eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Zudem wurde möglicherweise die Betreuungszeit von zehn auf fünf Stunden pro Woche reduziert. Die Umstände müssen schnell und gründlich aufgeklärt werden damit sich so eine Tragödie nicht wiederholt.“ Auch Yildiz bereitet zusätzlich eine Anfrage vor.

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