Straße der Inklusion: Sanierung der Kulturküche als Ort der Begegnung

Im Zuge der Planungen zur Sanierung der Stiftungskirche St. Nicolaus auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und zur Errichtung eines Gedenk- und Lernortes zur NS-Euthanasie in unmittelbarer Nähe zur Kirche ist der historische Gebäudebestand des umgebenden Quartiers verstärkt in den Blick genommen worden. Sieben denkmalgeschützte Gebäude des „St.-Nicolaus-Quartiers“ bilden die Keimzelle der früheren Alsterdorfer Anstalten. Eine davon ist die so genannte Kulturküche. Sie ist ein Kernstück der „Straße der Inklusion“ und bietet Raum für Veranstaltungen, Gastronomie und Büros. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen stellen aus dem Sanierungsfonds knapp eine Million Euro für Sanierung und Umbau bereit.

Dazu Regina Jäck, Fachsprecherin für Menschen mit Behinderung der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die Kulturküche ist für Anwohnerinnen und Anwohner im Stadtteil ein wichtiger Treffpunkt und Veranstaltungsort, der nach den notwendigen Umbaumaßnahmen und Sanierungen zum Mittelpunkt der geplanten ,Straße der Inklusion‘ wird. Rund um die Stiftungskirche St. Nicolaus auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf entsteht so ein beeindruckendes Quartier, das den Wandel im Umgang mit Menschen mit Behinderung in den letzten 157 Jahren darstellt und zu unserem heutigen Verständnis von einer inklusiven Gesellschaft überleitet. Damit werden die Akzeptanz und das Bewusstsein für Inklusion an diesem besonderen Ort nachhaltig gestärkt. Ich freue mich sehr, dass wir aus dem Sanierungsfonds die nötigen Mittel für den Umbau der Kulturküche bereitstellen können, denn sie ist das Kernstück der Straße der Inklusion.“

Dazu Mareike Engels, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wie kaum ein anderes Gebäudeensemble repräsentieren die denkmalgeschützten Häuser der Stiftung Alsterdorf die Geschichte des Umgangs mit Menschen mit Behinderungen von 1863 bis heute. Der lange Weg von Exklusion zu Inklusion wird hier sichtbar. Die jeweiligen Nutzungskonzepte – die ein Spiegelbild des Umgangs mit Menschen mit Behinderungen jener Zeit sind – machen Geschichte erfahrbar. Die Kulturküche ist das Herzstück des Ensembles. Früher Versorgungszentrale alter Anstaltslogik, ist sie heute zu einem Ort der Begegnung geworden. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier gemeinsam. Wir renovieren hier nicht nur ein Gebäude, sondern rücken die lange Zeit des unwürdigen Umgangs mit Menschen mit Behinderungen und die Inklusion von heute in die Mitte der Hamburgischen Gesellschaft.“

Dazu Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf: „Die Kulturküche ist historisch eines der bedeutendsten Gebäude für die Stiftung. Hier lässt sich der Weg von der Anstalt hin zur Öffnung des Geländes in die Stadt hinein deutlich nachvollziehen. Dort, wo früher in einer funktionalen, zentralen Küche Menschen versorgt wurden, befindet sich heute ein lebendiger Ort für Kultur und Begegnungen. Wir freuen uns sehr, dass durch die Unterstützung der Stadt Hamburg nun eine Sanierung für mehr Inklusion und Barrierefreiheit ermöglicht werden soll, die die Möglichkeiten der Teilhabe aller Menschen noch einmal wesentlich voranbringen.“

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