Startschuss für „Begabungspiloten“

Die Bund-Län­der In­i­ti­a­ti­ve zur Be­ga­bungs­för­de­rung ist auf zehn Jah­re an­ge­legt und wur­de maß­geb­lich von Ham­burg auf den Weg ge­bracht. Zwölf Ham­bur­ger Schu­len be­tei­li­gen sich.

Zwölf Hamburger Schulen setzen neue Impulse für die Begabungsförderung und beteiligen sich am neuen Bund-Länder-Projekt „Begabungspilotent“ im Rahmen einer Bund-Länder-Initiative. Schulsenator Ties Rabe gab am 1. November 2017 den Startschuss für das auf zehn Jahre angelegte Modellprojekt zur Begabungsförderung. Die Bund-Länder-Projekt Initiative zur Begabungsförderung wurde maßgeblich von Hamburg auf den Weg gebracht und gestaltet und Ende 2016 von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesbildungsministerium beschlossen. Rabe: „Wir wollen für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler an Hamburgs Schulen optimale Lernbedingungen schaffen und ihre Begabungen fördern und fordern. Das Modellprojekt ergänzt das vom Senat bereits 2016 beschlossene Hamburger Aktionsprogramm zur Begabtenförderung, mit dem an Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien gezielt Angebote zur Begabungsförderung entwickelt und zahlreiche Lehrkräfte fortgebildet werden.“

Die Bundesländer organisieren im Rahmen des Bund-Länder-Projektes Fortbildungsmaßnahmen, Begleitstrukturen und zusätzliche Lehrerstunden, das Bundesbildungsministerium finanziert die wissenschaftliche Begleitung und Erforschung der Modelle. Hamburg fördert das Projekt mit über 1,5 Millionen Euro für Fortbildungsmaßnahmen, Begleitstrukturen und zusätzliche Lehrerstunden und hat das vorgegebene Kontingent von ursprünglich sieben Schulen mit eigenen Mitteln auf zwölf Schulen erhöht. Schulsenator Ties Rabe: „Wir nehmen die Begabungsförderung sehr ernst. Alle Schülerinnen und Schüler, auch die leistungsstarken und hochbegabten, sollen optimal gefördert werden. Zu oft sind sie im Unterricht unterfordert, langweilen sich und können ihre Potentiale nicht entfalten. Hier wollen wir neue Impulse setzen.“

Die zwölf teilnehmenden Hamburger Schulen, darunter sechs Grundschulen (Schule Lehmsahl-Mellingstedt, Schule Am Sooren (Rahlstedt), Gorch-Fock-Schule (Blankenese), Schule In der alten Forst (Eißendorf), Schule Am Kiefernberg (Heimfeld), Schule Ratsmühlendamm (Fuhlsbüttel), drei Stadtteilschulen (Stadtteilschule Kirchwerder, Stadtteilschule Poppenbüttel, Stadtteilschule Blankenese) und drei Gymnasien (Heinrich-Heine-Gymnasium (Poppenbüttel), Gymnasium Meiendorf, Friedrich-Ebert-Gymnasium (Heimfeld)), verteilen sich gleichmäßig über die Schulformen und quer über das Hamburger Stadtgebiet. Die Schulen wurden nach einem intensiven Auswahlprozess aus 41 Bewerbern ausgewählt. Sie sollen als Multiplikatoren (Kompetenzzentren) weitere Hamburger Schulen beraten und ihre Expertise weitergeben. 

Etwa zwei Prozent aller Schülerinnen und Schüler gelten als hochbegabt (ab einem IQ von ≥ 130), weitere rund 15 Prozent gelten als leistungsstark. In Hamburg sind das insgesamt zwischen rund 3.500 und 26.000 Schülerinnen und Schüler an Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien. Schulsenator Ties Rabe: „Die von den Schulen entwickelten Fördermaßnahmen ermöglichen jedoch im Grundsatz nicht nur die Förderung einer Spitze hochbegabter Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Förderung der vielen leistungsstarken Schülerinnen und Schüler, die insgesamt bis zu 15 Prozent der Schülerschaft stellen.“ 

Im Rahmen des Projekts entwickeln die beteiligten Schulen zunächst ein klares Konzept und Leitbild für eine leistungs- und begabungsförderliche Schulkultur, verbessern ihr Beratungsangebot, optimieren ihren Unterricht und organisieren zusätzliche Angebote zur Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler. So sollen beispielsweise in den nächsten Monaten in Hamburg mit Unterstützung der Claussen-Simon-Stiftung und in Zusammenarbeit mit Experten unter anderem besondere außerunterrichtliche Angebote beispielsweise in den Bereichen Architektur, Bildender Kunst und Technik entwickelt werden. Bei der Umsetzung des Projektes werden die Schulen von der Beratungsstelle besondere Begabungen des Landesinstituts (LI) sowie durch einen bundesweit tätigen Forschungsverbund von insgesamt 16 Universitäten und Instituten unterstützt.

Senator Rabe: „Das Projekt ‚Begabungspiloten‘ wird einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung des begabungs- und leistungsförderlichen Unterrichts an Hamburger Schulen setzen. Mittelfristig sollen die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen allen Schulen Hamburgs zur Verfügung gestellt werden. Denn unser Ziel ist es, den täglichen Unterricht in allen Schulen so zu verbessern, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Regelunterricht nicht unterfordert, sondern optimal gefördert werden. Die Bund-Länder-Initiative unterstützt genau dieses Anliegen. Es geht nicht darum, bestimmte Schulen oder Klassen für besonders begabte Kinder und Jugendliche einzurichten und in allen anderen Schulen und Unterrichtsstunden alles beim Alten zu lassen. Vielmehr geht es darum, den Regelunterricht so zu verbessern, dass die Begabungsförderung tägliche Praxis wird. Denn begabungsförderlicher Unterricht, der selbstständiges Forschen in herausfordernden Lernsituationen ermöglicht, ist guter Unterricht für alle. In den Pilotschulen wird exemplarisch für alle Schulen das Modell der integrierten Begabungsförderung im Regelunterricht weiterentwickelt.“

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