SPD für Kurswechsel in der Pflegeausbildung

SPD-Sozialexperte Dirk Kienscherf hat den Senat zum Umsteuern in der Altenpflege aufgefordert. Morgen wird sich der Sozialausschuss im Rahmen eine Sachverständigenanhörung mit dem Thema beschäftigen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.00 Uhr im Kaisersaal des Rathauses.

„Seit Jahren warnen Fachleute vor einem drohenden Fachkräftemangel in der Altenpflege“, sagte der SPD-Abgeordnete am Montag. Der Senat habe diese Warnungen aber ignoriert und versäumt, die Altenpflegeausbildung in Hamburg auf die aktuelle Situation vorzubereiten. Kienscherf stellte Eckpunkte vor, um sowohl Pflegequalität als auch Arbeitsbedingungen in den Pflegeheimen zu verbessern und den Pflegeberuf attraktiver zu machen. „Es muss endlich Schluss damit sein, dass sich pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen Sorgen machen müssen“, sagte Kienscherf.

Kienscherf sagte mit Blick auf die SPD-Eckpunkte, mit einer Ausbildungsoffensive für die Altenpflege könne ein Kurswechsel in diesem Bereich eingeleitet werden. Er forderte weiter die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Altenpflegerinnen und Altenpflegern zu ermöglichen. Die Kosten der Aus- und Weiterbildung sollten zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Einrichtungen der stationären und ambulanten Altenpflege und eine Umlagefinanzierung geteilt werden. Alternativ gäbe es nur die Möglichkeit, dass die Sozialbehörde einen Teil der Ausbildungskosten übernimmt, damit die ambulanten Altenpflegebetriebe in die Lage versetzt werden, selbst auszubilden. Bei je 100 Auszubildenden würden hier Kosten in Höhe von rund 780.000 Euro entstehen.

Als weiteren Punkt des SPD-Programms nannte Kienscherf Verhandlungen des Senats mit der Arbeitsagentur, um die Zahl der Fortbildungsmaßnahmen mit dem Umschulungsziel Altenpflegerin oder Altenpfleger deutlich zu erhöhen. Schließlich brauche Hamburg ein Konzept für eine berufsbegleitende Aufstiegsqualifizierung von der Pflegeassistenz zur Pflegefachkraft.

Der SPD-Sozialpolitiker sagte, die SPD wolle die Diskussion um die Altenpflege auch mit dem Ziel führen, Pflegeberufe attraktiver zu machen und die Pflege effizienter zu organisieren. werden kann. „Das betrifft zum Beispiel die Frage, welche Potentiale etwa die in Bundesprojekten bereits erfolgreich erprobte Zusammenführung der Kranken- und Altenpflege bietet.“

Kienscherf bedauerte, auch in Hamburg würden nicht genügend Altenpflegekräfte ausgebildet. Gleichzeitig steige der Bedarf an ausgebildeten Altenpflegefachkräften, sagte der Abgeordnete und verwies auf die demografische Entwicklung. Zu viele ausgebildete Fachkräfte blieben nur wenige Jahre in ihrem Beruf, weil die körperliche und psychische Belastung in der Altenpflege gestiegen ist. Und vielen Jugendlichen erscheine der Beruf nicht attraktiv genug – auch wegen fehlender Aufstiegsmöglichkeiten.

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