Spar-Hort durch die Hintertür

Nach erheblichen Protesten aller Betroffenen hat der Senat die im Mai 2009 angekündigte „verlässliche Betreuung an Primarschulen“ am 27. November 2009 ausgesetzt: Sie sollte nun angeblich erst 2013, nach umfassenden Verhandlungen „auf Augenhöhe“ mit allen Beteiligten, eingeführt werden. Jetzt haben die Sozial- und die Bildungsbehörde diese Zusage gebrochen. In der vergangenen Woche wurden alle Hamburger Grundschulen aufgefordert, sich für eine Art Probelauf vom kommenden Schuljahr an zu bewerben.

Das ganze Verfahren riecht nach Betrug: Der Aufruf an die Grundschulen wurde ohne Information oder Absprache mit den Kita- und Hortanbietern am 19.01. versendet. Die Mitglieder der Verhandlungskommission, die gemeinsam mit den Behörden um eine vertretbare Lösung rangen, wurden erst einen Tag später informiert.

Was geplant ist, entspricht den ursprünglichen, heftig kritisierten Plänen:

– die Zahl der betreuten Kinder pro ErzieherIn soll von jetzt 17 auf 25 Kinder heraufgesetzt werden

– die gesamte Veränderung soll „kostenneutral“ durchgeführt werden

– wo, in welchen Räumen dies stattfinden soll, ist vollkommen ungeklärt; Zubauten an den Schulen sind nicht vorgesehen.

Die Kita-Expertin der SPD-Fraktion, Carola Veit: „Die Hort-Träger sollten diesem Ansinnen eine Absage erteilen. Wir brauchen keinen billigen Murks, sondern verlässliche Konzepte zur ganzheitlichen Betreuung unserer Kinder.“ Veit hat eine Kleine Anfrage zum Thema eingereicht.

Hier finden Sie die Pressemitteilung des Hort- und Kita-Verbandes SOAL,

hier eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Carola Veit zu diesem Thema.

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