Senat mag keine kleinen Schiffe

photocaseSCHIFF.jpegAnders kann es nicht sein: Der Senat mag einfach keine kleinen Schiffe. Den Hafenbarkassen will er den Weg zur BallinStadt verbauen, Wassertaxis auf der Alster werden nicht zugelassen, und nun will er auch die sogenannten Gelegenheitsverkehre zwischen Binnenalster und verschiedenen Hafenzielen nicht erlauben. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Jan Quast und Ingo Egloff hervor.

„Der Senat hat den Interessen privater Anbieter, Gelegenheitsverkehr zwischen Binnenalster und Hafen einzurichten, eine nicht nachvollziehbare Absage erteilt“, so Ingo Egloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Nach der Absage für den Betrieb von Wassertaxis sei dies die zweite Verhinderung attraktiver Angebote auf dem Wasser binnen weniger Tage.

Bemerkenswert sei die Tatsache, dass der Senat damit quasi das Monopol der Alster Touristik GmbH – ATG festschreibt. Das zu 100 % mittelbar in öffentlicher Hand befindliche Unternehmen wird somit vor privater Konkurrenz geschützt. „Gerade vor dem Hintergrund, dass Schiffe der ATG auch bestimmte Bereiche des Hafens befahren dürfen, ist mir diese Aussage des Senats besonders unverständlich“, so Egloff.

Hintergrund der Anfrage ist der Wunsch von Hafenschifffahrtsunternehmen, so genannte „Gelegenheitsverkehre“ zwischen der Binnenalster und dem Hafen anzubieten – etwa in die HafenCity oder zu anderen attraktiven Zielen. Der Senat lehnt dieses Ansinnen bislang kategorisch ab und beruft sich hierbei auf die „Alsterschifffahrtsverordnung“. Diese Verordnung, primär zum Schutz der Natur und der Sportschifffahrt auf der Außenalster gedacht, unterscheidet jedoch nicht zwischen Binnen- und Außenalster.

„Niemand will ein übermäßiges Befahren der Binnenalster und erst recht keine Ausweitung des Schiffsverkehrs auf der Außenalster. Dass der Senat hier aber begrenzte und ausgesprochen attraktive zusätzliche Angebote mit dem Hinweis auf den Uferschutz ablehnt, ist unverständlich, zumal die Binnenalster komplett ummauert ist“, kritisierte Egloff weiter. Es sei darüber hinaus unverständlich, dass der Senat nicht einmal bereit ist, eine Probesaison für derartige Angebote zuzulassen.

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