Senat baut Sprachförderung ab

photocaseSCHULE.jpegWas alle Interessierten längst wissen, „verkauft“ das Abendblatt heute als Neuigkeit: Fast die Hälfte aller jungen Hamburger haben heute einen „Migrationshintergrund“. Während der Senat und die CDU behaupten, darauf mit mehr Sprachförderung zu reagieren, stellt die SPD-Abgeordnete Carola Veit fest: Stimmt nicht – die Sprachförderung wurde sogar kräftig zurückgefahren.

„Die Sprachförderung an Hamburgs Schulen ist nicht ausgeweitet, sondern eingeschränkt worden. Wenn Senatorin Dinges-Dierig und der CDU-Abgeordnete Heinemann in der Presse einen gegenteiligen Eindruck erwecken wollen, wissen sie nicht, wovon sie sprechen“, sagt die Veddeler Abgeordnete Carola Veit (SPD). Tatsächlich sei in der Behörde nicht einmal bekannt, wie viele Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen überhaupt an Hamburgs Schulen seien.

Zum Beleg führt Veit Antworten auf zwei Kleine Anfragen an. So hatte der Senat am 23.06. auf Anfrage der Abgeordneten Luisa Fiedler (SPD) zugegeben, dass die Sprachförderung von 524 Lehrerstellen im Schuljahr 2003/2004 auf 421 Stellen im kommenden Schuljahr zurückgefahren worden ist (Drucksache 18/4521). Und am 01.08. bekam Veit selbst zur Antwort, dem Senat sei der Anteil der deutschsprachigen Kinder an der Schule Slomanstieg (Veddel) nicht bekannt. Allein an dieser Schule wurde die Sprachförderung um 32 % gekürzt (Drucksache 18/4715).

Veit: „Wir sind uns einig in der Erkenntnis, dass Sprachförderung der Schlüssel zum Erfolg in Klassen mit hohem Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ist. Aber dann muss die Behörde auch die nötigen Ressourcen dafür bereitstellen. Wer hier spart, nimmt auch den deutschsprachigen Schülern ihre Chancen.“

So gut und richtig es sei, die Sprachförderung schon in der Kita beginnen zu lassen, so falsch sei es, dies mit Lehrerstunden aus den Grundschulen zu finanzieren, so Veit weiter. „Wir alle haben mangelnde Sprachkenntnisse als einen Grund für das schlechte Abschneiden der Hamburger Kinder bei Vergleichstests ausgemacht“, so Veit, „da ist es grob fahrlässig, eine womöglich gute neue Maßnahme dadurch zu finanzieren, dass man die bestehende Förderung massiv abbaut.“

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