Schulen, die stark machen

Die Stadtteilschule am Hafen – Standort St. Pauli, die Stadtteilschule Lohbrügge und die Katholische Bonifatiusschule werden heute in Hamburg mit einem Landespreis des bundesweiten Schulwettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ ausgezeichnet. „Starke Schulen“ sind Schulen, die ihre SchülerInnen stark machen.

Prämiert wird die herausragende Arbeit, die diese Schulen bei der Vorbereitung ihrer Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt leisten. In Hamburg konnten sich alle allgemeinbildenden Schulen bewerben, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder zur Berufsreife führen.

Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt und ist mit insgesamt 220.000 Euro dotiert. Bundesweit beteiligten sich über 600 Schulen am aktuellen Wettbewerb, darunter zwölf Schulen aus Hamburg. Aus den Einsendungen ermittelte eine Jury aus Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft die Landessieger.

Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundes-länder hat die in Hamburg erstplatzierte Stadtteilschule am Hafen – Standort St. Pauli nun die Chance auf den Bundessieg.

Die drei bundesweiten Sieger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 11. Mai 2011 in Berlin durch Bundespräsident Christian Wulff geehrt.

Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhält die Stadtteilschule am Hafen – Standort St. Pauli. Obwohl das Umfeld der Schule als sozialer Brennpunkt gilt, beurteilt die Jury sie als echte „Wohlfühlschule“: Die Lehrer sind überdurchschnittlich engagiert, sehen sich als Lernberater und Coaches ihrer Schüler und sind mit außerschulischen Kooperationspartnern im Stadtteil gut vernetzt – von Firmen über Kulturinstitutionen bis zu Jugendhilfeeinrichtungen. Verschiedene Werkstätten in den Bereichen Kochen, Kunst, Technik, Informatik, Musik und Kreatives Schreiben ermöglichen den Schülern praxisnahes Lernen. Im Rahmen zweier Schulfirmen kochen die Schüler an vier Tagen das Mittagessen für ihre Mitschüler und bieten einen Cateringservice an. Auch Schüler, die mit schlechten Deutschkenntnissen oder starken Lernschwächen an die Schule kommen, schließen dank dieser Betreuung die Schule meist erfolgreich ab und haben Chancen auf eine Ausbildung, so die Jury. Die Stadtteilschule am Hafen – Standort St. Pauli ist zertifiziert als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“.

Mit dem zweiten Preis und 3.500 Euro würdigt die Jury die Stadtteilschule Lohbrügge. Auch sie ist eine zertifizierte „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“. In diesem Kontext arbeitet die Schule eng mit außerschulischen Kooperationspartnern wie Berufsbildenden Schulen, Betrieben und der Berufsberatung zusammen. Zum Berufsorientierungskonzept gehören außerdem Werkstattarbeit und Praxislerntage in Betrieben. Das „Lernbüro“ der Schule ist der eigens geschaffene Ort für das selbstständige Lernen, für das Training und das Üben. Es setzt den Akzent auf den individualisierten, systematischen Erwerb von Qualifikationen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Gesellschaft.

Mit dem dritten Preis und 2.000 Euro ehrt die Jury die Katholische Bonifatiusschule. Sie zeichnet sich durch ein besonders positives Schulklima aus. Die Lehrer legen dabei großen Wert auf Gemeinschaftssinn und ein gutes Sozialverhalten: Die Schule setzt auf kooperative Lernformen, Teamwork und fächerübergreifenden Unterricht, und fördert so die Eigen-ständigkeit der Schüler und die Entwicklung ihrer Kompetenzen. Die Bonifatiusschule ist ebenfalls eine zertifizierte „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ und wurde bereits 2009 im Rahmen des Wettbewerbs „Starke Schule“ ausgezeichnet.

Die ersten Plätze in Hamburg belegten:

1. Platz – 5.000 Euro
Stadtteilschule am Hafen – Standort St. Pauli

2. Platz – 3.500 Euro
Stadtteilschule Lohbrügge

3. Platz – 2.000 Euro
Katholische Bonifatiusschule

4. Platz
Otto-Hahn-Schule, Stadtteilschule

5. Platz
Stadtteilschule Stellingen

6. Platz
Ida-Ehre-Schule, Stadtteilschule

Bei der Bewertung berücksichtigte die Jury die jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen wie z.B. das wirtschaftliche und soziale Umfeld. Ausgezeichnet wurden vor allem Schulen, die nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung betreiben, die sich in Netzwerke – auch mit außerschulischen Partnern – einbinden und denen es gelingt, auch unterschiedliche Schülergruppen gezielt zu fördern. Ein besonderer Schwerpunkt der Juryentscheidung lag auf der Förderung der Berufsorientierung und der Ausbildungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.

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