Schule: GEW lehnt „zwei Säulen“ ab

„Die GEW unterstützt alle Schritte, die zu längerem gemeinsamem Lernen führen oder führen können, das heißt den Weg dahin offen halten beziehungsweise nicht verbauen – und sie bekämpft alles, was frühe Trennung oder soziale Selektion festschreibt oder die Möglichkeit dafür eröffnet“, stellt der Vorsitzende der GEW Hamburg, Klaus Bullan, anlässlich der für morgen in der Bürgerschaft anstehenden Abstimmung über das Hamburger Schulgesetz klar.

In einer Presseerklärung der GEW heißt es:

„Wir sind überzeugt von der Idee der Einen Schule für Alle. Die GEW teilt deshalb grundsätzlich die Ziele, die die Behörde mit der Einführung der sechsjährigen Primarschule verbindet. Allerdings geht das sechsjährige gemeinsame Lernen nicht weit genug. Stattdessen sollte das gemeinsame Lernen auf zehn Jahre – und damit auf die gesamte Pflichtschulzeit – verlängert werden. Die größte Schwachstelle der Schulreform ist das Zwei-Säulen-Modell aus Stadtteilschule und Gymnasium, das wir für völlig ungeeignet halten, die soziale Selektion zu überwinden. Zu groß ist die Gefahr, dass aus der Stadtteilschule eben doch eine Schule nicht zweiter Säule, sondern zweiter Klasse wird und die Grundschule (Primarschule) zu einer „vorselektierenden
Schulform“.

Der Behörde muss klar sein, dass der Erfolg der Schulreform davon abhängt, wie gut Lehrkräfte an den Schulen ihre Arbeit machen können. Wenn die Reform erneut auf die Knochen der Lehrkräfte an den Schulen geht und ihre Belastungen weiter steigen, dann kann es weder Akzeptanz der Schulreform noch ihren Erfolg geben. Die GEW fordert deshalb umfangreiche zusätzliche Investitionen in die Schulen in sächlicher und personeller Hinsicht.“

Die Landesvertreterversammlung der GEW Hamburg hat am 26.05.09 eine ausführliche Stellungnahme zur geplanten Schulstrukturreform der Behörde beschlossen. Sie ist als pdf abrufbar: www.gew-hamburg.de

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