Rinderhalle: Jetzt mitreden!

Die GAL- Fraktion will das Verfahren zur Zukunft der Rindermarkthalle erweitern. Ein entsprechender Bürgerschaftsantrag wir heute beraten. Anfang 2011 soll ein erweitertes Beteiligungsverfahren mit den Bürgerinnen und Bürgern St. Paulis und des Schanzenviertels initiiert werden.

Dem Vorschlag für einen Neustart hat sich mittlerweile auch die Bezirksversammlung Mitte angeschlossen und einen eigenen Beschluss dazu gefasst (siehe unser Bericht vor zwei Tagen). Grundlage werden die bisherigen Diskussionen sein – aber ohne Vorfestlegung auf einzelne Konzeptbestandteile. Ein weiteres Ziel der GAL-Initiative ist es, schnell eine Zwischennutzung für das Areal zu entwickeln und so auch die Lebensmittelversorgung für St. Pauli spürbar zu verbessern.

Horst Becker, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt dazu: „Die Politik muss die Menschen seriös in Planungen einbinden. Im bisherigen Verfahren ist es nicht gelungen eine Lösung herbeizuführen. Wir müssen die Bewohner und Bewohnerinnen St. Paulis zu Wort kommen lassen und sehen, welche Ideen die Mehrheit finden – ob nun mit Musikhalle oder ohne. Wichtig ist an dieser Stelle aber, dass sehr zeitnah eine Lösung für die Lebensmittelversorgung gefunden wird. Die Belastungen und Bedürfnisse in St. Pauli müssen ausreichend berücksichtigt werden. Wir brauchen ein vertraglich zu fixierendes Ergebnis zwischen den Menschen in St. Pauli und der Schanze auf der einen und den Behörden auf der anderen Seite – an das sich alle nachher zu halten haben.“

Hintergrund
Nach der Schließung des „Real“-Markts in der alten Rindermarkthalle in St. Pauli stellt sich die Frage nach der Nutzung der gesamten ca. 3,4 Hektar großen städtischen Fläche rund um die Halle. Die unbefriedigende städtebauliche Situation mit einer Tankstelle, einem Recyclinghof und großen Parkplatzflächen wird intensiv diskutiert. Ein vom Bezirk Mitte initiiertes sogenanntes Workshopverfahren mit mehreren Architekturbüros brachte zwei kontroverse städtebauliche Entwürfe hervor. Die Entwürfe sahen neben einer Musikhalle für rund 4000 Besucher zudem Gastronomie, Kultur, Einzelhandel, ein „Kultur“-Kino, eine „Kultur“-Musikschule und Handwerk vor. Die starke Priorisierung der Musikhalle stieß aber in St. Pauli und der Schanze auf starke Bedenken. Die Befürchtung der Anwohnerinnen und Anwohner: Es könnte zu weiteren Belastungen durch Lärm und große Besucherströme kommen. St. Pauli hat bereits positive Erfahrungen mit ähnlichen Verfahren der Bürgerbeteiligung gesammelt: Bei dem BürgerInnenvertrag mit der Stadt über die Messeerweiterung wurden zwischen 2003 und 2009 unter anderem eine Verkehrsberuhigung eines Teils der Karolinenstraße, eine Platzgestaltung bei der Kreuzkirche, eine Tunnelverbindung zum Schanzenpark gefordert und umgesetzt.

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