Reich-Ranicki sorgt für Eklat beim Fernsehpreis

Man muss den alten Herrn (88) nicht mögen, man muss auch nicht alle Bewertungen teilen, die er über Bücher abgegeben hat, aber heute dürfte er wieder vielen Menschen Respekt abgenötigt haben: Nein, sagte Marcel Reich-Ranicki vor der gesamten deutschen Fernsehprominenz, den „Ehrenpreis der Stifter für das Lebenswerk“ bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises wolle er nicht annehmen.

Die Preisverleihung war, wie solche Preisverleihungen eben sind: Viel Glamour, viele teure Anzüge und tiefe Décolletées, lauter schöne Menschen. Ina Müller wurde ausgezeichnet, dann die „Show“ „Deutschland sucht den Superstar“, und dann bat Thomas Gottschalk Reich-Ranicki auf die Bühne um ihm den absoluten Superpreis zu verleihen.

Der alte Herr kam auf die Bühne, ließ Gottschalk ausreden, ging ans Mikrofon – und lehnte ab. Die ganze Verleihung, die ganze Show sei ein völlig überflüssiger Blödsinn, und damit wolle er nichts zu tun haben. Es gäbe auch heute gute und sehenswerte Sendungen – auf Arte zum Beispiel. Was hier ausgezeichnet werde sei hingegen, „ohne jemandem zu nahe treten zu wollen“, nichts, was man sich ansehen müsse.

Sprach’s – und wollte gehen. Gottschalk rettete die Situation, indem er Reich-Ranicki vorschlug, „in ganz naher Zukunft und bei einem großen Sender“ eine Stunde lang mit ihm über das Fernsehen und die aktuellen Programme zu reden. Und, an die anwesenden Intendanten gewandt: „Bitte, Sie haben das gehört, ich warte auf Ihre Zusagen.“

Reich-Ranicki, sichtlich überrascht, willigte ein und bot Gottschalk das „Du“ an. Und einen Sendetermin gibt es inzwischen auch bereits: Am kommenden Freitag (17.10.) um 22.30 Uhr im ZDF.

Warum steht das hier, was hat es mit Hamburg zu tun? Keine Ahnung, aber der alte Herr war beeindruckend.

Ein Gedanke zu „Reich-Ranicki sorgt für Eklat beim Fernsehpreis“

  1. Hab’s gelesen und mich köstlich – amüsiert ist das falsche Wort – gefreut. Endlich jemand, der unserer heruntergekommenen Medienlandschaft den Rücken zum Runterrutschen anbietet. Sehr angenehm, Herr Reich-Ranicki! Ich meine, wenn ich schon lese, dass dieses „Ding“ vom Herrn Bohlen einen Preis bekommt, kann etwas nicht richtig sein …

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