Proteste gegen Vattenfall-Cyclassics

Der Gewinner der 15. Hamburg Cyclassics heißt – wie im Vorjahr – Tyler Farrar (USA). Bevor die 168 Profis auf die Strecke gingen, starteten rund 22.000 Hobby-Radler auf den verschiedenen Strecken. Gegen das Rennen protestierten an verschiedenen Stellen Umweltschützer: Nicht, weil sie etwas gegen Radfahrer hätten, sondern weil sie das „Greenwashing“ des Ausrichters Vattenfall anprangern wollten.

Mit vielfältigen Aktionen hat heute ein Bündnis aus verschiedenen Umweltinitiativen gegen das von VATTENFALL gesponserte Cyclassic-Radrennen protestiert. Die Organisationen betonen ausdrücklich: Wir haben nichts gegen
den Radsport und viele von uns sind nicht nur aus Klimaschutzgründen begeisterte RadfahrerInnen. Aber wir nehmen nicht hin, dass einer der größten deutschen Klimakiller-Konzerne den Radsport mit seinem Sponsoring
missbraucht und damit von seiner Mitverantwortung für die stattfindende Klimakatastrophe abzulenken versucht.

Als Greenwashing hat diese schönfärberische Verdrehung der Wirklichkeit einen Namen bekommen!

Vattenfall gehört zu Europas größten CO2-Emitenten und heizt damit die Klimakatastrophe weiter an. Als fünftgrößter Stromerzeuger in Europa ist Vattenfall mit über 80 Mio. Tonnen CO2 einer der größten Klimasünder in Europa. Der Anteil der besonders klimaschädlichen Braunkohle macht an der Stromerzeugung nach eigenen Angaben von Vattenfall 80 Prozent aus.

Wie dramatisch die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung sind, zeigen die aktuellen Umweltkatastrophen in Pakistan, Indien, Russland, Ostdeutschland, Polen und vielen anderen Regionen der Welt. Der anerkannte Klimaforscher Mojib Latif von der Universität Kiel geht davon aus, dass diese nur ein Vorgeschmackvon dem sind, was uns in Zukunft erwartet.

„Vattenfall muss aufhören, von seiner katastrophalen Klimabilanz abzulenken.

Statt in erneuerbare Energien zu investieren, baut Vattenfall in Moorburg und Boxberg sogar neue klimaschädliche Kohlekraftwerke. Damit ist Vattenfall mitverantwortlich für die weltweite Zunahme von Umweltkatastrophen, wie wir sie derzeit in Pakistan oder Russland und vielen anderen Regionen der Welt erleben,“ so Dirk Seifert, Sprecher des Bündnisses gegen das Vattenfall-Greenwashing und Energiereferent von ROBIN WOOD.

„Wenn es gelingen soll, noch schlimmere Katastrophen zu verhindern und die Klimaerwärmung zu begrenzen, brauchen wir einen grundlegenden Wandel im Denken und in der Energieerzeugung. Deshalb muss Vattenfall mit seinem Greenwashing die gesellschaftliche Akzeptanz entzogen werden! Dazu wollen wir mit unseren Aktionen beitragen“, so Dirk Seifert weiter.

Parallel zu den Aktionen am Rande der Rennstrecke hat eine Gruppe „Gegenstrom10“ die Teilnehmer und BesucherInnen des Radrennens sowie Vattenfall zu einer „Denkpause“ aufgerufen.

Pastor Dr. Friedrich Brandi-Hinnrichs von der Friedenskirche in Hamburg-St. Pauli äußerte Verständnis für die Aktionen der Umweltschützer: „Die Menschheit steht am Scheideweg und es muss schnellstens gehandelt werden,
damit nicht noch mehr Menschen Opfer der stattfindenden Klimakatastrophe werden. Es ist einfach unerträglich, dass Vattenfall den sympathischen Radsport dazu missbraucht, sich ein grünes Mäntelchen umzuwerfen. Angesichts
zunehmender Katastrophen und der Untätigkeit von Regierungen und Stromkonzernen müssen wir den Klimaschutz selbst in die Hand nehmen.“

Das haben zuletzt die gescheiterten Klima-Verhandlungen in Kopenhagen gezeigt. Aber während Vattenfall mit hohen CO2-Emissionen dazu mit beiträgt, das in Folge extremer Wetterereignisse Menschen Hab und Gut oder gar ihr
Leben verlieren, werden diejenigen kriminalisiert, die sich dagegen wehren: Die Umwelt-Aktivistin Franziska sitzt seit Freitag in der JVA Offenburg eine zweiwöchige Strafhaft ab, weil sie sich an einer Aktion gegen den Bau des
Klimakiller-Kraftwerks in Hamburg-Moorburg beteiligt hat.

Das Bündnis gegen das Vattenfall-Greenwashing besteht aus: Avanti, Atac Hamburg, BUND – Jugend, KLIMAPLENUM, MOORBURGTRASSE-STOPPEN und ROBIN-WOOD.

2 Gedanken zu „Proteste gegen Vattenfall-Cyclassics“

  1. Vattenfall muss nicht nur aufhören, von seiner katastrophalen Klimabilanz abzulenken, sondern muss mit dem Klimakillen an sich aufhören!

    Deshalb brauchen wir mehr von solchen Anpranger-Aktionen, und zwar solange, bis Vattenfall und Konsorten aufhören, das Klima zu killen…

    Und zwar bevor uns das Wasser bis zum Hals oder drüber steht → http://www.freitag.de/wissen/1032-welt-unter-wasser

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