Proteste bei der Job-Messe

Ein Bündnis verschiedener Jugendgruppen hat heute gegen „Rekrutierungsversuche“ der Bundeswehr bei der Jobmesse „Einstieg – Hamburgs Messe für Berufsausbildung und Studium“ in den Hamburger Messehallen lautstark protestiert. Mit Flyern, Transparenten und Parolen wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!“ oder „Nur Banken und Konzerne sehen Kriegseinsätze gerne!“ machten die AktivistInnen deutlich, warum Krieg für Jugendliche keine Berufsperspektive ist.

solid – die Linksjugend – erklärt zu der Aktion:

Die Bundeswehr braucht die Jugendlichen – nicht nur weil kontinuierlich altgediente Soldaten ihren Dienst beenden. Wer Kriege für den Zuwachs deutscher Macht und zur Wahrung ökonomischer Interessen auf der ganzen Welt führen will, wie die Bundesregierungen – inklusive der rot-grünen – es bislang getan haben, braucht das nötige Menschenmaterial – auch um die Toten der Feldzüge zu ersetzen. Das deutsche Militär und seine politische Führung benötigen den gesellschaftlichen Rückhalt der nachwachsenden Generationen, damit weiterhin Ruhe an der Heimatfront herrscht, während die Leben von Millionen Menschen und die Natur durch die Auslandseinsätze der Bundeswehr, der NATO und der EU systematisch zerstört werden.

Daher geht die Bundeswehr seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit gezielt mit unterschiedlichen Projekten auf Jugendliche zu. Unter anderem werben die sogenannten „Jugendoffiziere“ an Schulen, Universitäten und Arbeitsämtern. Die Rekrutierungstaktiken bleiben aber nicht darauf beschränkt. Mit Internetplattformen, Sport- und Musikwettbewerben und mittlerweile sogar mit Radiobeiträgen und Fernsehspots wird aggressiv um die Hände und Köpfe junger Menschen gerungen. Dabei präsentiert sich die Bundeswehr als völlig normaler „Arbeitgeber“ mit besonders guten Ausbildungs-, Förderungs- und Karrieremöglichkeiten.

Während also zunehmend Jugendliche keinen Arbeitsplatz mehr finden, weil die Konzerne nicht mehr einstellen, und die weiterführenden Bildungsinstitutionen infolge ihrer schleichenden Privatisierung nur noch für Kinder der Eliten zugänglich sind, nutzt die Bundeswehr diese Perspektivlosigkeit schamlos aus. Die Wirtschaftskrise kommt da nur gelegen, denn sie spitzt die aussichtslose Lage der SchulabgängerInnen drastisch zu und erhöht den Druck, trotz berechtigten Einwänden jedes Jobangebot annehmen zu müssen.

„Die Bundeswehr ist kein Arbeitgeber wie jeder Andere und ihr kriegerisches Handwerk keine Berufsperspektive für Jugendliche. Mit öffentlichen Rekrutierungsversuchen ködert das deutsche Militär junge Menschen, um sie zu indoktrinieren und zu Zahnrädern in der Kriegsmaschinerie zu machen“, sagt Christin Bernhold, Sprecherin des Landesverbands Hamburg der Linksjugend [’solid]. „Die Soldaten haben nichts in den Schulen und bei Messen verloren. Wir lassen uns nicht als nützliche Idioten deutscher Konzerne und deutscher Machtpolitik an den Fronten des ‚internationalen Kriegs gegen den Terror‘ verheizen.“

3 Gedanken zu „Proteste bei der Job-Messe“

  1. dem Stimme ich zu, wir können und stolz und dankbar sein, das wir solche Initiativen haben, – dies ist ein ein deutliches Zeichen, unser Land hat gelernt aus den Kriegen 1914-18 und 1939 – 1945! –

  2. Stimmt. Wer braucht bitte in Europa Soldaten? Lasst die Afghanen, Ruander, Sudaner und Kosovo-Albaner doch einfach sterben. Was bitte kümmert uns das? „stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.