Michael Wolfs Real Toy Story

Beitrag zur China Time 2006: Installation mit 20.000 Spielzeugen und Fotografien im Museum der Arbeit, Wiesendamm 3. Die Ausstellung ist vom 22.09. bis zum 26.11. täglich geöffnet (mo 13 – 21, di – sa 10 – 17, so 10 – 18).

Ex-Stern-Fotograf Michael Wolf war acht Jahre lang für das Magazin in China. Für die Reportage „China: Fabrikhalle der Welt“ bekam er letztes Jahr den World Press Photo Award.

DGB: Klatsche für PISA-Enquete

photocaseARBEIT.jpegVon Berufsbildung hat die PISA-Enquetekommission offenbar keine Ahnung, meint die DGB-Jugend und empfiehlt, sie solle „nicht – ohne frühzeitige und ausführliche Diskussion mit den Sozialpartnern – im Bereich der beruflichen Ausbildung herumwerkeln.“ Hier die Erklärung der DGB-Jugend.

DGB-Jugend Hamburg:

Unsinnige Vorschläge der Enquetekommission zur Ausbildung revidieren

Deutliche Kritik übt die DGB-Jugend Hamburg an den von der Enquetekommission der Öffentlichkeit vorgelegten ersten Maßnahmenvorschlägen zur Senkung der PISA-Risikogruppe. Insbesondere die vorgeschlagenen „Modelle für eine praxisnahe und zweijährige duale Ausbildung für schwache Schülerinnen und Schüler“ sind aus Sicht der DGB-Jugend ungeeignet, die bestehenden Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Die vorgesehene „Vermeidung einer Konkurrenzsituation zu bestehenden dualen Ausbildungsgängen“ und die nur angestrebte „modulare Anrechenbarkeit für nachfolgende berufliche Ausbildungen“ zeugt von Unkenntnis der Materie und der tatsächlichen
Problemlagen.

Olaf Schwede, Vorsitzender der DGB-Jugend Hamburg: „Unter dem Vorwand etwas für besonders schwache Schülerinnen und Schüler anbieten zu wollen, sollen Qualitätsstandards in der dualen Ausbildung abgebaut und einzelnen Jugendlichen zum Berufseinstieg der Stempel der Unfähigkeit aufgedrückt werden. Sinnvoller wäre es stattdessen, schwächeren Jugendlichen durch gezielte Fördermaßnahmen einen vollwertigen dreijährigen Abschluss zu
ermöglichen. Wegweisend ist hier das Sonderprogramm des Hamburger Senates für benachteiligte Jugendliche: Darüber sollen schwache Schülerinnen und Schüler mit intensiver Förderung zu vollwertigen dreijährigen Abschlüssen gebracht werden. Aber auch die Empfehlung der Enquete-Kommission, dreijährige vollzeitschulische Bildungsgänge mit Kammerprüfungen anzubieten, geht in die richtige Richtung.“

Darüber hinaus weist die DGB-Jugend darauf hin, dass die Zahl der Jugendlichen in den schulischen Warteschleifen zurzeit deutlich über der Zahl der von der Enquetekommission angenommenen 30% „Risikoschülerinnen und Risikoschüler“ liegt.

Es ist zu befürchten, dass die Instrumente an der beabsichtigten Zielgruppe vorbeigehen und ausbildungsfähige und -willige Jugendliche aufgrund der schwierigen Ausbildungslage in geringwertige Ausbildungen abgedrängt werden. Die erwünschten Zielsetzungen würden so verfehlt. Es bleibt weiterhin unklar, wie sich die Enquetekommission Ausbildungsgänge vorstellt, die einerseits auf reguläre Ausbildungsberufe anrechenbar sein sollen, gleichzeitig aber so viel Distanz aufweisen sollen, dass keine Konkurrenzen und Verdrängungseffekte
entstehen.

„Anhand dieses Vorschlags wird deutlich, dass die Enquetekommission nur geringe Fachkompetenzen für berufsbildungspolitische Fragen besitzt“, so Olaf Schwede. „Sie sollte sich deshalb auf die Lösung der Pisa-Probleme und des Bildungsniveaus an den staatlichen Schulen konzentrieren und nicht – ohne frühzeitige und ausführliche Diskussion mit den Sozialpartnern – im Bereich der beruflichen Ausbildung herumwerkeln.“

Gen-Reis: Namen nennen!

REIS.jpegErstaunlich: Heute (!) hat auch die Schnieber-Behörde Funde von Gen-Reis in Hamburg bekanntgegeben. Die Behörde sagt aber weder, wo der Reis gefunden wurde, noch in welchen Produkten. Wie Verbraucher sich schützen sollen, sagt die Behörde nicht.

REIS.jpegAnlässlich der heute von der Sozialbehörde bekannt gegebenen Funde von genmanipuliertem Reis in Hamburg fordert die GAL-Bürgerschaftsfraktion die Behörde auf, die Namen der betroffenen Produkte und Einzelhandelsunternehmen zu nennen. In ihrer Pressemitteilung hatte die Behörde die Namen konsequent verschwiegen.

Christian Maaß, verbraucherpolitischer Sprecher der GAL-Fraktion: „Die Informationen der Behörde sind für Verbraucher vollkommen nutzlos. Die ‚anonyme Warnung’ durch die Behörde grenzt an Volksverdummung. Woher sollen die Verbraucher wissen, ob sie genmanipulierten Reis gekauft haben, der noch bei Ihnen in der Speisekammer steht?“

Darüber hinaus fordert Maaß den Senat auf, generell gegen genmanipulierte Lebensmittel vorzugehen.

„Gen-Food wird von der großen Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher zu Recht abgelehnt. Sie wollen nicht für die großen Agrochemie-Konzerne die Versuchskaninchen spielen. Darum gilt für uns: Null Toleranz für Gen-Food“, sagt Maaß. Die Genreis-Funde belegen ein weiteres Mal, dass sich die Gentechnik nicht sicher beherrschen lässt. Hamburg als wichtiger norddeutscher Standort für Umschlag und Verarbeitung von Nahrungsmitteln hat hier eine besondere Verantwortung für den Verbraucherschutz.

Maaß nennt vier wesentliche Forderungen, für die Hamburg sich beim Bund einsetzen muss:

+ Die Haftungsregelung im Gentechnikgesetz muss, wie vom Verbraucherministerium angekündigt, tatsächlich das Verursacherprinzip beibehalten.

+ Die so genannten Koexistenzregeln müssen so ausgestaltet werden, dass gentechnikfreie Produktion auch in Zukunft möglich bleibt.

+ Um die Verbraucher zu schützen müssen wirksame, flächendeckende Kontrollen eingeführt werden.

+ Es muss eine Verpflichtung für die Produzenten von Gen-Food geben, den Behörden für ihre Kontrollen Referenzmaterial und Nachweisverfahren zur Verfügung zu stellen.

Volkspark: Lifting ja, aber…

Keine Frage: Friedrich Tutenbergs Altonaer Volkspark ist in die Jahre gekommen und kann ein Lifting vertragen. Dabei soll aus dem VOLKSpark aber kein kommerzieller Freizeitpark nach US-Vorbild werden, fordert die SPD.

SPD-Sportexperte Jürgen Schmidt hat einen Neustart für das Sportkonzept im Altonaer Volkspark gefordert. „Eines ist bei der Vorstellung des Sportpark-Konzeptes gestern klar geworden: So ein Konzept will Hamburg nicht“, sagte Schmidt am Donnerstag.

Die amerikanischen und britischen Auftragnehmer der Studie hätten trotz nochmaliger Überarbeitung lediglich „US-Sportstätten“ mit Freizeitangeboten im Sinn – deren Nutzung überwiegend kostenpflichtig sein soll. „Nicht einmal die Wirtschaftlichkeit ist annähernd geprüft worden“, monierte Schmidt. Er betonte, zuerst müssten die Gutachten über den Trabrennsport und die mögliche Verlagerung des Tennis vom Rothenbaum in den Volkspark auf den Tisch. Dann werde man weitersehen.

Schmidt nannte es „Verschwendung von Haushaltsgeldern, wenn jetzt zeitgleich bereits für alle möglichen Bereiche Gutachten vergeben werden. Die CDU hat 1,7 Millionen Euro in der Bürgerschaft freigegeben. Ein Masterplan rückt aber immer mehr in weite Ferne.“

Schmidt verwies darauf, dass auch Vertreter des CDU-Wirtschaftsrats darauf hinwiesen, dass die vorgesehenen Gelder für Kinder und Jugendliche schon wegen der ungünstigen Verkehrslage besser in den Breitensport in den Bezirken investiert werden sollten. Positiv sei, dass Einigkeit darüber besteht, die Trainingshalle für Eisport und Handball zu bauen. „Ein großes Dankeschön an den Sponsor Alexander Otto“, sagte Schmidt abschließend.

Falsches Spiel bei hamburg.de

photocaseFERNSEHTURM.jpegDie Idee war so einfach wie zunächst wirkungsvoll: Hamburg.de als Provider sollte dafür sorgen, dass der Name unserer Stadt von den Kunden millionenfach in der Welt verbreitet wird. Einst kostenlos, wurden dafür seit 2004 Gebühren berechnet. Die werden jetzt erhöht – zwei Wochen nach Ablauf der jährlichen Kündigungsfrist. „Falsches Spiel bei hamburg.de“ weiterlesen

Jungforscher als Freiwild

GEWEIH.jpegHeuern und feuern sind für wissenschaftliches Personal an Universitäten schon heute an der Tagesordnung. Senator Dräger reicht dies noch nicht: Er will morgen eine Gesetzesinitiative im Bundesrat einbringen, mit der Jungforscher endgültig zum Freiwild werden sollen. „Jungforscher als Freiwild“ weiterlesen

Senat soll gegen Mieterhöhung stimmen

WOHNEN.jpegDie SPD fordert den Senat auf, im Bundesrat gegen eine Gesetzesinitiative aus Stuttgart zu stimmen. Würde sie beschlossen, könnten massive Mieterhöhungen die Folge sein, weil die sogenannte Kappungsgrenze drastisch erhöht werden soll. „Senat soll gegen Mieterhöhung stimmen“ weiterlesen

Jailhouse-Fun gibt Rätsel auf

GEFÃ?NGNIS.jpegEine neue Form der Public-Private Partnership aus der Justizbehörde gibt Rätsel auf. Das neue Santa-Fu-Label kommentiert der DGB Hamburg mit der Frage: Hat jetzt eine Werbeagentur die Hoheit über die Justizbehörde?

GEFÃ?NGNIS.jpegPressemitteilung

Jailhouse-fun created or used by Lüdemann?

DGB Hamburg:
Hat jetzt eine Werbeagentur die Hoheit über die Justizbehörde?

Zunächst glaubte man bei der Pressemeldung der Justizbehörde ja noch an einen vorgezogenen April-Scherz oder an einen kecken Fälscher:

Der Fuhlsbütteler Knast als Kreativstätte für Designer-Leibchen? Nicht nur „made“ und „designed“, nein, sogar „used“ in prison, in den „kreativen Zellen“? Von fitnessbegeisterten Knastis selbst verschwitzte T-Shirts sollen nun künftig als Kultkleidung feil geboten werden? Das wäre in der Tat eine Markt-Nische, Herr Senator Lüdemann. Und soll dabei auch noch Gutes bewirken: Wiedergutmachung an Verbrechensopfern. Hoffentlich denken die Strafgefangenen auch daran, wenn sie „Pflegeserie für den Herrn“ „veredeln“.

Das neue „Label“ Santa FU IIII“ als Identifikationsmittel mit der geschlossenen Herberge am Hasenberge? Am Ende ist es hinter diesen Gittern so schön, dass man da gar nicht mehr raus will! Herr Lüdemann, denken Sie an die Gefahr der Überbelegung! Ach nein: Das Projekt soll ja ein Beitrag zur „praktischen Resozialisierung“ sein. Nun, vielleicht können die Strafentlassenen ja später bei Budni in der Parfumabteilung anheuern. Und sie werden sich gerne zurück erinnern. Wie heißt es in der Pressemeldung zu dem Label? – „Remember Santa Fu“.

Nachdem der erste Schreck abgeklungen und nach Rücksprachen mit ebenso irritierten Journalisten geklärt war, dass es die Justizbehörde mit der „heissen Ware aus dem Knast“ ernst meint, drängt sich eine weitere Frage auf: Wer ist der Partner des Senats bei dieser neuen „Public-private-partnership?“

Und noch spannender: Welche Werbeagentur bringt dieser Partner mit? Denn das ist mal klar: Eine peppigere Pressemeldung hat es aus Justizbehörde noch nicht gegeben. Das groovt. Die einen haben „Jailhouse-Rock“, andere
„Jailhouse-Shirts“…

GAL rät CDU: Ruhe bewahren!

WAHLphotocase.jpegWährend die GAL Ex-Verfassungsrichter Mahrenholz mit einem Gutachten zur von der CDU geplanten Wahlrechtsänderung veauftragt hat und erwägt, Klage gegen die Gesetzesänderung einzureichen, hat die CDU Mahrenholz vorgeworfen, seinerzeit nicht zur Anhörung im Verfassungsausschuss erschienen zu sein. Unverschämt, meint die GAL. „GAL rät CDU: Ruhe bewahren!“ weiterlesen

Pressefreiheit in China

Hamburg feiert China und der „China-Summit“ von Hansestadt und Handelskammer boomt. Kaum kritische Zwischentöne sind während dieser Mega-Veranstaltung zu hören. Doch die Berichte jenseits der fluktuierenden Wirtschaftsbeziehungen stimmen eher skeptisch: Journalisten finden sich im Gefängnis wieder, Bürgerrechtler im Krankenhaus.

Daher möchten wir Sie auf eine kritische Veranstaltung der Hamburger Deutschen Journalistinnen und Journalisten Union (dju in ver.di) hinweisen:

Donnerstag, 21.9.2006, 19.30 Uhr, „Kulturhaus 73“: Schulterblatt 73, Hamburg-Schanzenviertel: China trifft Europa – Podiumsdiskussion der dju-Hamburg und Reporter ohne Grenzen zur Entwicklung der Pressefreiheit in China

Auf dem Podium diskutieren:

Jürgen Bertram
(Moderation), ehemaliger Asien-Korrespondent der ARD

Steffen Burkhardt
stellvertretender Leiter des Journalistikstudiengangs der Hamburg Media School

Elke Schäfer
Reporter ohne Grenzen

Dr. Knut Benjamin Pissler
Max-Planck-Institut für internationales Privatrecht

Eingeleitet wird die Veranstaltung von
Wolfgang Rose
Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg