Naumann fordert Pflege-TÜV
31. August 2007 |
Ältere und pflegebedürftige Menschen werden in Hamburg oft schlecht gepflegt, hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen festgestellt. SPD-Spitzenlandidat Michael Naumann fordert jetzt einen “Pflege-TÜV”.
Der neue Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen hat festgestellt, dass es bei der Pflege von älteren und bedürftigen Menschen in vielen Bereichen nach wie vor große Missstände gibt. Etwa jeder dritte Pflegebedürftige bekommt demnach nicht angemessen zu essen oder zu trinken, mehr als 35 Prozent der Heimbewohner und etwa 42 der Pflegebedürftigen zu Hause werden nicht oft genug umgebettet. Ein unzureichender Pflegezustand wurde bei jedem zehnten Heimbewohner und gut 5 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause festgestellt.
SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann erklärt dazu: “Senatorin Schnieber-Jastram ist zwar Schirmherrin der Aktionswoche “Älter werden in Hamburg”, aber sonst ist von ihr nichts zu hören und zu sehen: Die letzte große Maßnahme des Senats im Bereich der Pflege ist die Privatisierung der Heime von pflegen + wohnen. Viele Pflegekräfte müssen, meist schlecht entlohnt, unter einem enormen Zeitdruck ihre Arbeit machen. Betroffene und Angehörige fühlen sich oft überfordert und allein gelassen. Altengerechte und bezahlbare Wohnungen fehlen. Der Senat tut viel zu wenig gegen Missstände, die teilweise skandalös sind. Die Heimaufsicht in Hamburg verfügt über nur 12 Mitarbeiter, darunter Teilzeitarbeitskräfte: Die kompetente Aufsicht muss verstärkt, die Bemühungen der Heime um mehr Qualität müssen unterstützt werden. Ein landesweiter “Pflege-TÜV” in Hamburg muss die Pflegesituation in den Heimen anhand klarer Qualitätsmerkmale prüfen und jährlich berichten. Dann werden die Heime, ähnlich wie die Krankenhäuser, anhand ihrer Qualitätsberichte für die Nutzer vergleichbar. Neue Pflege-Stützpunkte in den Stadtteilen sollten die Betroffenen und ihre Angehörige unabhängig und kompetent beraten. Ein SPD-geführter Senat wird der Pflege einen deutlich höheren Stellenwert einräumen als die CDU und Frau Schnieber-Jastram.”
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