Mehr Geld für Bildung – und für Kitas nicht?

Es gibt lobenswerte Investitionen im Bildungsbereich, sagt der Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA) – aber warum nicht auch in den Kitas? Dort fangen Bildungsgerechtigkeit und Selektion schließlich an.

Das sagen die Kita-Eltern:

Der Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA) Hamburg befürwortet die von allen Bürgerschaftsparteien entwickelten und beschlossenen Nachbesserungen zur Schulreform. Besonders die Herabsetzung der Klassenstärken sowie die Abschaffung des Büchergelds betrachten wir als wichtige Investitionen in den Bildungsbereich. Wir begrüßen, dass alle Bürgerschaftsparteien diesen Verbesserungen und den damit verbundenen Investitionen zugestimmt haben.

Diese breite Basis ist für eine langfristige positive Entwicklung der Hamburger Schulen besonders wertvoll.

Der LEA bedauert, dass nicht in gleichem Zuge äquivalente Investitionen für den frühkindlichen Bildungsbereich geplant sind. „Wer ein gerechteres und leistungsfähigeres Bildungssystem will, darf nicht in die Schule investieren und gleichzeitig im Kita-Bereich den Rotstift ansetzen“ mahnt Bodo Heuer, Vorstandsmitglied des LEA. Die Beschäftigten im Kita-Bereich sind bereits jetzt jenseits ihres Limits. Dies bekommen Eltern täglich in ihren Kitas in Form von Reduzierung der Angebote, Krankheitsausfällen ohne Vertretung und einer Verschlechterung der Beziehungsqualität zu spüren. Diese Zustände sind nicht
länger haltbar.

Die Selektion im Bildungsbereich fängt in der Kita an! „Kita-Zeit ist Vorschul-Zeit – die Zeit vor der Schule beginnt ja nicht erst im Alter von fünf Jahren. Hier werden die Kinder auf die Schule und das soziale Miteinander vorbereitet“, stellt Claudia Wackendorff, Sprecherin des LEA fest. „Damit die Primarschule erfolgreich sein kann, muss bereits im Kita-Bereich begonnen werden, Chancengerechtigkeit herzustellen. Dies fängt bei der Sprachförderung an und hört beim Ausprobieren der eigenen Möglichkeiten nicht auf“.

Konsequent wäre es daher, auch im Kita-Bereich mehr Haushaltsmittel vorzusehen, so dass die notwendige Verbesserung der Betreuungsschlüssel und der Betreuungsqualität umgesetzt werden kann. Auch von den vom Senat geplanten Mehreinnahmen durch Erhöhung des Essensgeldes, Erweiterung der Beitragstabellen und Abschaffung der Pauschalen für Frühförderung in Kitas sollen keine Mittel in eine Qualitätsverbesserung fließen, wie es vom LEA gefordert wurde.

Mit einem Blick auf Berlin fordern wir den Senat dazu auf, deutlich mehr Geld als vorher in den Kita-Bereich fließen zu lassen – für eine Verbesserung der Qualität! „Die Finanzkrise gilt uns nicht als Argument, nicht in den Zukunftssektor schlechthin zu investieren“, stellt Bodo Heuer erneut klar. In Berlin hat das Volk dies
mit einem Volksentscheid erzwungen. Muss es in Hamburg soweit kommen? Der Schulterschluss zwischen Eltern, Trägerverbänden und Kita-Beschäftigten ist groß.

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