Lurup und Osdorf verlieren S-Bahn-Anschluss

Na gut, einen richtigen Anschluss hatten sie auch vorher nicht – aber eine Buslinie 186, die diese Stadtteile mit dem S-Bahnhof Othmarschen verband. Jetzt soll die Linie verschwenkt werden – S-Bahn-Anschluss weg? Die Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok (SPD) ruft zum Protest.

Die Hamburger Verkehrsbetriebe (HVV) wollen ihr Busnetz bis 2010 deutlich ausbauen. Nachdem der Osdorfer Born mit der Metrobuslinie 3 einen direkten Busanschluss zur Innenstadt hat, soll im Hamburger Westen im kommenden Schritt die Busline 186 verlängert werden. Derzeit führt diese Busline von Schenefeld über den S-Bahnhof Elbgaustraße, den Eckhoffplatz, das Elbe-Einkaufszentrum zum S-Bahnhof Othmarschen.

Zur besseren Erschließung von Groß-Flottbek, dem südlichen Bahrenfeld sowie Othmarschen soll diese bestehende Linie 186 verschwenkt werden – und nicht mehr den Bahnhof Othmarschen anfahren. Gerade dieser ist jedoch für viele Bürgerinnen und Bürger aus Lurup und Osdorf die nächst erreichbare S-Bahn-Haltestelle und deren Verbindung Richtung Blankenese, Sülldorf, Iserbrook, Rissen und Wedel.

Um Klarheit über die Planungen des HVV zu bekommen, hat die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok eine entsprechende Anfrage an den Senat gestellt: Die Kernaussage der Senatsantwort lautet, dass es sich bei der Verlängerung um einen Planungsstand handele, der in weiteren Schritten zunächst konkretisiert werden müsse. Anne Krischok kommentiert diese Aussage wie folgt: „Diese Antwort erstaunt insofern, da der HVV diese Streckenverlängerung im vergangenen Jahr selber der Öffentlichkeit als eigenen Vorschlag präsentiert hatte“.

Die Planungen scheinen weiter gediehen zu sein, denn bei einer Umsetzung des bisherigen Planungsstandes zur Verlängerung der Linie 186 werden nach Senatsauskunft die Haltestellen Ebertallee, Böcklinstraße und S-Bahn Othmarschen nicht mehr angefahren; diese sollen künftig nur noch von der Metrobusline 1 angefahren werden.

Die Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok rät den betroffenen Bürgerinnen und Bürger sich beim HVV schriftlich für die Beibehaltung aller bisher angefahrenen Haltestellen einzusetzen: „Niemand wehrt sich gegen eine Verlängerung der Buslinie. Aber es ist nicht einsehbar, warum diese Verlängerung nur zu Lasten bestehender und gut genutzter Strecken möglich sein soll. Auch die Bevölkerung im südlichen Bahrenfeld und Othmarschen hat an einem schnellen Anschluss zur S-Bahn hohes Interesse.“

Wer sich beim HVV für die weitere Anfahrt aller Bushaltestellen der Linie 186 einsetzen will, kann dies unter folgender Adresse tun: Hamburger Verkehrsverbund GmbH, Steindamm 94, 20099 Hamburg. Wer lieber telefonieren möchte, kann sich unter der Hamburger Rufnummer 3257750 für die Buslinie 186 einsetzen.

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