Lehrer fordern Entlastung statt „Denkrunde“

Die GEW ist enttäuscht, dass aus dem sogenannten Behler-Bericht zur Lehrerarbeitszeit zunächst keine Konsequenzen gezogen werden: „Die Lehrkräfte fordern Signale der Entlastung statt einer neuen ‚Denkrunde‘!“ Auch die SPD hatte die Behörde kritisiert.

„Dieses Arbeitszeitmodell ist weder haltbar noch reformierbar. Das hat die Behörde offenbar endlich erkannt. Trotzdem müssen die Hamburger Lehrerkräfte auf ein deutliches Zeichen der Kehrtwende noch warten – die Senatorin setzt auf eine weitere Denkrunde und so was kann dauern“, kommentiert die stellvertretende Vorsitzende der GEW Hamburg, Sigrid Strauß, die von
der Senatorin erläuterten Konsequenzen aus dem aktuell veröffentlichten so genannten „Behler-Bericht“.

„Hamburgs Lehrerinnen und Lehrer können nicht weitere Jahre warten, bis eine neue Kommission zu neuen Schlussfolgerungen kommt. Wir brauchen eine greifbare Sofortmaßnahme, mit der die Arbeitsbedingungen annehmbar gestaltet werden“, so Strauß. „Die Entlastungen der Schulleitungen und der Schulsekretariate reichen nicht aus.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft/GEW Hamburg fordert eine Obergrenze von 24 Wochenstunden und eine Regelung zur Altersentlastung.

Strauß: „Es ist doch ein Unding, dass Hamburg das einzige Bundesland ist, in dem es keine Alterentlastung für LehrerInnen gibt. Wenn die Behörde sich hier endlich bewegt, sind wir gerne dazu bereit, uns gemeinsam mit ihr Gedanken zu machen, wie Arbeitszeit – zum Wohle der Kinder und der Gesundheit der KollegInnen – geregelt werden könnte.“

Zum Hintergrund:

Die Hamburgische Lehrerarbeitszeitverordnung trat zum Schuljahr 2003/04 in Kraft und sorgte für starke Proteste von Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen.

Im September 2007 berief die Hamburger Schulbehörde eine siebenköpfige Kommission unter Vorsitz der früheren nordrhein-westfälischen Kultusministerin Gabriele Behler (SPD). Ihre Aufgabe war es, das umstrittene Lehrerarbeitszeitmodell (AZM) auf den Prüfstand zu stellen und im Frühjahr
2008 einen ausführlichen Bericht vorzulegen. Dieser Bericht wird nun, im Oktober 2008, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ausführliche Stellungnahmen der GEW zum AZM finden Sie im Netz unter
http://www.gew-hamburg.de/azm.html

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