Krankenhaus-Tarife: Verhandlungen stocken

Die Tarifverhandlungen für rund 17.000 Beschäftigte in Hamburger Krankenhäusern sind in eine schwierige Phase geraten: Nichts bewegt sich, und die Beschäftigten werden langsam sauer. Öffentliche Aktionen sind nicht mehr auszuschließen.

Seit Mai laufen die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Krankenhaus-Arbeitgeberverband Hamburg (KAH). Betroffen von diesen Verhandlungen sind rund 17.000 Beschäftigte der Asklepioskliniken in Altona, Wandsbek, Barmbek, Harburg, Nord, St. Georg und das Asklepios Westklinikum in Rissen, aus dem UKE und dem Universitären Herzzentrum.

„Wir fordern für die Beschäftigten neben einer höheren Vergütung von 50 € + 3,5% u.a. auch eine höhere Bewertung von zusätzlichen Qualifikationen, eine höhere Bewertung eingesprungener Dienste, die Erhöhung der Nachtarbeitszuschläge, eine Erhöhung der Bereitschaftsdienstentgelte sowie die dauerhafte Übernahme der Auszubildenden“, fasst Hilke Stein, zuständige ver.di-Sekretärin, die Forderungen zusammen. Die Tarifforderungen sind auf der Basis einer Beschäftigtenbefragung entstanden.

„Die Verhandlungen stecken mittlerweile in einer schwierigen Phase, denn der Arbeitgeber macht zu den einzelnen Forderungen entweder gar kein Angebot oder unterbreitet Angebote, die noch unterhalb des Tarifabschlusses im Öffentlichen Dienst liegen“, so Stein.

Für ver.di und die Tarifkommission ist dies nicht nachvollziehbar, denn hier geht es nicht um Tarifverhandlungen mit Kommunen, die leere Kassen haben, sondern um Verhandlungen mit Unternehmen, deren Produktivität in den letzten Jahren nachweislich gestiegen ist.

Dazu Stein: „Im KAH gibt es etwas zu verteilen. Im Gegensatz zu den öffentlichen Haushalten erleben die Krankenhäuser eine wirtschaftlich erfolgreiche Situation, schreiben schwarze Zahlen und verzeichnen beachtliche Reingewinne. Die Beschäftigten aber sollen weiter ausgepresst werden, Druck und Hetze und Personalengpässe sind die tägliche Realität in den Krankenhäusern. Selbst an den Patienten geht es nicht mehr unbemerkt vorüber, mit welchem Einsatz das Personal arbeitet, damit alle Abläufe funktionieren und organisatorische Mängel aufgefangen werden.“

Für ver.di ist die Grenze der Zumutbarkeit erreicht. Nach innerbetrieblichen Aktionen in den letzten Wochen wird jetzt über öffentliche Aktionen nachgedacht.

„Die nächste Verhandlung findet am 24.Juni statt. Wir hoffen auf das Verständnis der Patienten, wenn wir die Öffentlichkeit auf die Tarifsituation in den Krankenhäusern aufmerksam machen“, erklärt Stein. „Geld ist da. Es wird Zeit, dass es auch bei den Beschäftigten ankommt und damit nicht nur die Einkommenssituation, sondern auch die Arbeitsbedingungen verbessert werden.“

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