Irritation um designierten Medienkoordinator

Der SPD-Medienpolitiker Uwe Grund hat sich skeptisch zur vom Senat beabsichtigten Verpflichtung von Andreas Fritzenkötter zum Medienkoordinator des Senats geäußert. „Aus Sicht der SPD räumt der Senat der Medienwirtschaft noch immer nicht den Stellenwert ein, den sie verdient. Die Medienwirtschaft fristet in der Kulturbehörde ein Dasein als Mauerblümchen. Wenn der Senat glaubt, der Medienkoordinator könne auch ein PR-Berater des Bürgermeisters sein, stützt das diese Einschätzung“, sagte Grund.

Bei der Einstellung von Karl Dietrich Seikel als Medienkoordinator des Senats sei die Erwartung der SPD gewesen, dass er auch auf eine größere Aufmerksamkeit für die Medienwirtschaft durch der Regierung drängt. Um das zu erreichen, müsse ein Medienkoordinator seine voller Arbeitskraft auf die Medienbranche konzentrieren, sagte Grund. „Deshalb ist erstaunlich, dass der Bürgermeister sich in der Person Andreas Fritzenkötter offenkundig nicht nur einen neuen Medienkoordinator sondern auch seinen persönlichen Politik- und Medienberater holen will.“

Der Medienkoordinator müsse sich demgegenüber intensiv um die Probleme der Medienbranche kümmern, forderte Grund. Er nannte die Stichworte digitale Medien, Förderung der Medienkompetenz oder Rundfunkänderungsstaatsvertrag über die zukünftige Finanzierung des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks. „Und über allem steht die Sorge, dass der Medienstandort Hamburg noch mehr als bisher an Bedeutung im Bundesgebiet verliert.“

Auf jeden Fall müsse die Benennung des Medienkoordinators aus einem parteipolitischen Personalgeschacher herausgehalten werden. „Nonnenmacher raus und Fritzenkötter rein – das darf es nicht geben. Damit würde der von Bürgermeister Ahlhaus gewählte Kandidat weiter beschädigt und die Funktion des Medienkoordinators demontiert. Das muss im Interesse der Medienwirtschaft unterbleiben“, sagte Grund.

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