„Häusliche Gewalt ist auch ein Arbeitsplatzproblem“

Zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November weist Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger auf den Zusammenhang von Arbeit und häuslicher Gewalt hin. „Jede vierte Frau in Deutschland hat in ihrem Leben mindestens einmal häusliche Gewalt erlebt. Sie sind unsere Arbeitskolleginnen. Auch die Täter arbeiten mit uns zusammen. Das wirkt sich konkret auf unser Arbeitsumfeld aus. Es ist daher keine Privatsache, sondern gehört in die Betriebe.“

So könne der Arbeitsplatz ein Ort der Gefahr sein, wenn ein Opfer von einem Partner oder Ex-Partner belästigt, bedroht oder gestalkt werde. Er könne aber auch zu einem Schutzort werden, an dem Frauen von den Tätern getrennt seien und Hilfe bekommen könnten.

„Arbeitgeber, Betriebs- und Personalräte, aber auch die Kolleginnen und Kollegen können viel zum Schutz und zur Unterstützung der Frauen tun“, so Karger. Dafür brauche es aber auch Sensibilisierung und Schulung der Beschäftigten im Betrieb, sowie rechtliche Rahmenbedingungen und Vereinbarungen. Damit müsse zum Beispiel die Sicherheit des Arbeitsplatzes garantiert werden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Frauen ihre Arbeit verlieren weil sie Gewalt erlebt haben. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von einem Täter verschlimmert nur den Kreislauf der Gewalt. Der eigene Arbeitsplatz und Verdienst bietet Schutz davor.“

Karger wies auf das Projekt des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) unter dem Titel „Safe at Work, Safe at Home“ hin. Dieses zeige, dass es in vielen europäischen Ländern bereits rechtliche Rahmenbedingungen, Aktionspläne und Kampagnen zu dem Thema gebe. Karger: „Deutschland hat eindeutig Nachholbedarf“.

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