GAL zur Schulreform: Erste Schritte sind getan

In den Bürgerschaftssitzungen heute und morgen wird über die Nichteinrichtung isolierter Hauptschulklassen und über die Weiterentwicklung des Hamburgischen Schulwesens entschieden. Die zuständigen Ausschüsse haben den beiden Drucksachen bereits einstimmig zugestimmt. Zu Beginn des kommenden Schuljahres werden damit alle noch existierenden Hauptschulen in so genannte Integrierte Haupt- und Realschulen (IHR) umgewandelt.

Derzeit gibt es in Hamburg 13 Schulen dieser Art. Die Organisationsstrukturen und Bildungspläne müssen daher nicht neu entwickelt werden. Zwölf weitere Schulen haben die Umwandlung in eine IHR zum kommenden Schuljahr beantragt.

Michael Gwosdz, schulpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion: „Von der Abschaffung isolierter Hauptschulklassen werden zum nächsten Schuljahr knapp 650 Schülerinnen und Schüler profitieren. Ihnen bleibt der Besuch der isolierten Hauptschulklassen erspart, der häufig motivationshemmend war. Das gemeinsame Lernen wird ein anregungsreicheres Lernumfeld zur Folge haben. Gleichzeitig stellt diese Maßnahme den ersten und wichtigen Schritt in Richtung Stadtteilschule dar, in der 2010 die Integrierten Haupt- und Realschulen aufgehen werden.“

Erfreulich ist auch die Kostenneutralität des Vorhabens. Da sich die Klassenfrequenz aus dem Mittelwert der bisherigen Realschulklassen (22,5 SchülerInnen) und der Hauptschulklassen (19,5 SchülerInnen) berechnet, werden keine zusätzlichen Ressourcen benötigt. Unterstützt wird der Prozess durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung: Fortbildungen für Schulleitungen sowie für Lehrerinnen und Lehrer der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch haben bereits begonnen und werden fortgesetzt.

Ein weiterer Schritt in der Schulreform ist die Bereitstellung von über 100 neuen Lehrerstellen. Diese Maßnahme ermöglicht zum einen die Verkleinerung von Klassen – insbesondere an den Grundschulen der belasteten Schulen mit KESS Sozialindexgruppen 1 und 2. Hier wird die Klassenfrequenz von 24 auf 22 SchülerInnen gesenkt. Zum anderen werden vier bisherige Halbtagsschulen zu Ganztagsschulen weiterentwickelt: Ab dem kommenden Schuljahr bieten die Grundschulen Buddestraße, Gesamtschule Finkenwerder, Aueschule Finkenwerder und Westerschule Finkenwerder eine verbindliche Ganztagesbetreuung von 8 bis 16 Uhr. In dieser Zeit wechseln sich Unterricht, Lern-, Bewegungs- und Entspannungszeiten miteinander ab.

An den seit 2005 bestehenden Ganztagsschulen wird die Quote für Honorarkräfte gesenkt, die Quote der Lehrkräfte, SozialpädagogInnen und ErzieherInnen hingegen angehoben. So ergibt sich ein Verhältnis von 40 Prozent Lehrkräften, 40 Prozent SozialpädagogInnen bzw. ErzieherInnen und 20 Prozent Honorarkräften. Die geplante Streichung von 21 Lehrerstellen an Ganztagsschulen, die vor 2005 eingerichtet wurden, wird zudem mit den Stimmen von GAL und CDU zurückgenommen.

Gwosdz: „Die ersten Schritte hin zur neuen Schulreform und somit zu längerem gemeinsamen Lernen und individualisiertem Unterricht sind gemacht! Wichtige Aspekte der Koalitionsvereinbarungen wurden damit bereits jetzt, acht Wochen nach der Regierungsbildung, auf den Weg gebracht.“

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