Für mehr Prävention und Medienkompetenz

Jeder zehnte Hamburger Jugendliche nimmt regelmäßig an Glücksspielen teil, ergab eine Studie des Büros für Suchtprävention im Auftrag der Stadt. Poker und Sportwetten sind besonders beliebt. Im Durchschnitt werden 50 Euro im Monat dafür ausgegeben.

Etwas besser sieht es bei Computerspielen aus. Hier haben „nur“ sieben Prozent gesagt, dass möglicherweise ihre Schulleistungen darfunter leiden.

Die SPD-Gesundheitsexpertin Anja Domres hat die Ergebnisse der heute vorgelegten Studie zum Glücks- und Computerspielverhalten junger Leute in Hamburg als Besorgnis erregend bezeichnet. Gemeinsam mit dem SPD-Fachsprecher für Medienpolitik, Uwe Grund, sprach sie sich für eine Verstärkung der Prävention gegen die Gefahren von Glücks- und Computerspielen aus.

Spielsucht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei in Hamburg weit verbreitet und nicht nur Problem für bestimmte soziale Gruppen. „Wenn junge Leute ein Drittel ihres persönlichen Budgets für das Spielen ausgeben, ist das alarmierend“, sagte Domres. Sie sprach sich für eine Verstärkung der Präventionsarbeit aus. Das betreffe in erster Linie die Schulen aber auch die Familien. Diese müssten besser als bisher darüber informiert werden, wer bei problematischem Spielverhalten professionelle und schnelle Hilfe anbietet.

Der SPD-Fachsprecher für Medienpolitik, Uwe Grund, warnte vor Verbotsforderungen. „Wenn Kioske oder Tankstellen Jugendlichen rechtswidrig den Weg zum Online-Spiel öffnen, darf das nicht toleriert werden“, betonte Grund. Pauschale Forderungen nach Verboten von online-Spielen seien aber kaum sinnvoll. Er sprach sich für eine Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen aus. „Medienkompetenz ist mittlerweile ein Qualitätskriterium. Junge Leute müssen lernen, wie mit Medien umzugehen ist – und welche Gefahren drohen, wenn sie ihren Medien- oder Spielkonsum nicht mehr kontrollieren können“, sagte Grund. Jugendschutz und Medienpädagogik seien Schlüsselthemen, denen sich Hamburg stellen müssten – „von der Politik, über die Schulen bis hin in die Familien“, sagte der SPD-Abgeordnete.

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