EVG geht gut vorbereitet in die Tarifverhandlungen

„Die EVG geht gut vorbereitet und hoch motiviert in die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn“. Das betonte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba kurz vor Beginn der Tarifrunde 2018. Die Verhandlungsdelegationen von EVG und DB AG werden am Donnerstag in Berlin zusammenkommen.

„Im Mittelpunkt stehen unsere drei Kernforderungen; diese umzusetzen ist der Auftrag aus unserer breit angelegten Mitgliederbefragung“, stellte Regina Rusch-Ziemba fest. Die EVG fordert für ihre mehr als 100.000 bei der DB AG beschäftigten Mitglieder 7,5 Prozent, einschließlich mehr vom EVG Wahlmodell, sie fordert Verbesserungen bei der arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge sowie mehr individuelle Möglichkeiten, Zeit, die auf dem persönlichen Langzeitkonto angespart wird, während des gesamten Berufslebens für persönliche Vorhaben nutzen zu können. Diese drei Kernforderungen sind wesentlicher Bestandteile einer insgesamt 36 Punkte umfassenden Forderungsliste, die dem Arbeitgeber bereits am 20. September übersandt wurde.

„Wir gehen den 2016 erfolgreich eingeschlagenen Weg weiter und fordern auch für die Tarifrunde 2018 eine Wahlmöglichkeit für unsere Mitglieder. Das ist für uns moderne und zukunftsweisende Tarifpolitik. Wir verhandeln kollektiv einen Tarifvertrag, der für alle gilt, der jedem Mitglied aber trotzdem die Möglichkeit einer individuellen Entscheidung bietet“, erklärte Regina Rusch-Ziemba. In der Mitgliederbefragung der EVG hatten 45 Prozent der Teilnehmenden erklärt, sie würden sich bei einer erneuten Wahlmöglichkeit für noch einmal mehr Geld entscheiden, 44 Prozent wollten lieber mehr Urlaub und 11 Prozent stimmten für eine Arbeitszeitverkürzung. „Damit ist klar: unsere Mitglieder wollen mehr vom EVG-Wahlmodell und das wollen wir jetzt gemeinsam durchsetzen“, stellte die EVG-Verhandlungsführerin fest.

Ebenso eindeutig seien die Zahlen auch bei der Frage nach der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge gewesen. „Für rund 88 Prozent unserer Kolleginnen und Kollegen, die an der Mitgliederbefragung teilgenommen haben, ist das ein wichtiges Thema; insbesondere für die Jüngeren in der Belegschaft – deshalb werden wir ein höheres finanzielles Engagement des Arbeitgebers einfordern“, sagte Regina Rusch-Ziemba.

Auch das Thema „Mehr individuelle Zeit für mich“ habe bei der Mitgliederbefragung eine große Rolle gespielt. „Damit unsere Kolleginnen und Kollegen ihre Zeitguthaben aus dem Langzeitkonto in ihrem eigenen Interesse nutzen können, muss deutlicher werden, dass freie Tage während des gesamten Berufslebens selbstbestimmt und flexibel wieder entnommen werden können und nicht erst kurz vor der Rente“, stellte Regina Rusch-Ziemba klar. Auf dem Langzeitkonto können Zeit, Geld und Urlaub angespart werden, um es zu einem späteren Zeitpunkt wieder nutzen zu können.

„Unser Ziel ist es, bis Ende Dezember 2018 einen neuen Tarifvertrag zu unterzeichnen. Das ist ambitioniert, aber machbar“, erklärte die EVG-Verhandlungsführerin. Regina Rusch-Ziemba machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die EVG neben der eigentlichen Tarifrunde auch den Demografie-Tarifvertrag, den Tarifvertrag Arbeit 4.0 sowie den Langzeitkonten-Tarifvertrag verhandele.

Zudem werde im Rahmen der Tarifrunde der Nachwuchskräfte-Tarifvertrag verhandelt. „Für die in der EVG organisierten Nachwuchskräfte wollen wir unter anderem die Erhöhung der Ausbildungs- und Studienvergütung um 150 Euro erreichen, wir wollen Verbesserungen beim Mietkostenzuschuss und wir wollen mindestens 28 Urlaubstage für alle“, so die EVG-Verhandlungsführerin.

Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal verwies darauf, dass die Tarifrunde 2018 schon jetzt tief in der Mitgliedschaft verankert sei. „Wir sind Mitmachgewerkschaft; wenn die EVG erfolgreich ist, ist das immer auch dem persönlichen Einsatz unserer Mitglieder zu verdanken. Und deren Engagement wird von Tag zu Tag größer“, stellte er fest. So habe es bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen zahlreiche regionale Aktionen gegeben, mit denen EVG-Mitglieder auf die bevorstehenden Verhandlungen und ihre berechtigten Forderungen hingewiesen hätten.

Es zahle sich nun aus, dass die EVG in ihren Regionen frühzeitig Aktionsteams gebildet habe. „Wir sind gut aufgestellt. Wenn nötig, werden wir in der Lage sein, der DB AG eindrucksvoll deutlich zu machen, dass es uns ernst mit unseren Forderungen ist. Dem Verhandlungsauftakt am 11. Oktober sehen insofern nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Verhandlungsdelegation, sondern alle EVG-Mitglieder mit Spannung entgegen“, so der Bundesgeschäftsführer der EVG, Torsten Westphal.

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