Diehl Aviation: Einigung auf Gesamtpaket

In den Verhandlungen über Arbeitsplatzabbau und Teilverlagerung der Serienfertigung nach Ungarn beim Airbus-Zulieferer Diehl Aviation haben sich die IG Metall Region Hamburg und Betriebsräte mit der Geschäftsführung auf einen Interessenausgleich, Sozialplan, Sozialtarifvertrag und eine Reihe an Betriebsvereinbarungen geeinigt.

Warnstreik bei Diehl Aviation in Hamburg (Foto: Bodo Marks)

„Das Gesamtpaket ist eine akzeptable Lösung, um die sozialen Nachteile für die vom Arbeitsplatzabbau betroffenen Beschäftigten zu mildern“, sagt Ina Morgenroth, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Region Hamburg. „Wichtig ist, dass sich der Arbeitgeber zum Standort bekennt. Hamburg bleibt als Standort für Produktion, Vertrieb, Service, Logistik und Entwicklung erhalten.“

Im Sozialtarifvertrag ist vereinbart, dass bis 2023 maximal rund 240 Arbeitsplätze stufenweise abgebaut werden. Die Pläne des Arbeitgebers, die Hälfte der 1100 Arbeitsplätze bei Diehl Aviation zu streichen, haben IG Metall und Betriebsrat damit erfolgreich abgewehrt. Um den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten, greifen Regelungen zu Abfindungen und eine Transfergesellschaft, die neue Perspektiven durch Qualifizierungsmöglichkeiten für die Beschäftigten eröffnet. „Mit einem Bonus für IG Metall-Mitglieder bei Abfindungen ist es gelungen, ihren Einsatz beim Widerstand gegen die Abbaupläne des Arbeitgebers zu honorieren“, sagt Patryk Krause, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Region Hamburg.

Ergänzt werden Interessensausgleich, Sozialplan und Sozialtarifvertrag um eine Reihe an Betriebsvereinbarungen. Dazu zählen unter anderem eine neue flexiblere Regelung zur Arbeitszeit, die auch den Beschäftigten mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit ermöglicht. Eine Regelung zur Leiharbeit legt fest, dass sie nur vorübergehend und der Einsatz nur bei Angabe von Sachgründen möglich ist. Ein pauschale Leiharbeitsquote ist nicht festgelegt.

Der Einigung zwischen IG Metall und Betriebsrat mit Diehl Aviation war ein langer Verhandlungsprozess mit begleitenden Warnstreiks vorausgegangen. Eine Urabstimmung für einen unbefristeten Streik stand kurz bevor. „Die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen im Betrieb, eine weitere Eskalationsstufe zu ziehen, hat einen wesentlichen Anteil am Ergebnis“, sagt Patryk Krause. Mit zwei Warnstreiks machten die Beschäftigten Druck und unterstrichen damit ihre Forderung nach einem Sozialtarifvertrag.

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