Eine Ex-Regierungspartei meldet sich zu Wort: “Der Senat muss die Mietenexplosion in den Griff bekommen, sonst drohen uns in Hamburg soziale Verwerfungen”, so die GAL.

Die derzeitige Mietpreisexplosion und die stagnierenden Wohnungsbauzahlen seien sozialer Sprengstoff für Hamburg. In der Debatte um die wachsende Stadt fordert die GAL-Fraktion ausreichend Personal und umfassendere Maßnahmen als die Standardforderung nach „einem Drittel geförderten Wohnungsbau“.

Jens Kerstan, Fraktionsvorsitzender der GAL-Bürgerschaftsfraktion, sagte hierzu: „Der Senat muss die Mietenexplosion in den Griff bekommen, sonst drohen uns in Hamburg soziale Verwerfungen. Es hilft nicht weiter, wie Frau Blaunkau ,ein Drittel geförderten Wohnungsbau‘ als Standardrezept zu nennen.

Hamburgs braucht darüber hinaus eine ganze Palette von Maßnahmen, um die Quartiere zu schützen und Luxussanierungen zu verhindern. Bei Kaltmieten von 16,70 Euro auf St. Pauli hört der Spaß definitiv auf. Zwei wichtige Instrumente gegen die Gentrifizierung sind Soziale Erhaltungsverordnungen und städtebauliche Verträge mit Mietenkonzepten. Um diese zu umzusetzen, brauchen die Bezirke das nötige Personal. Daran aber fehlt es. Im Gegenteil: An dieser Stelle kürzt der Senat massiv. Intelligente Stadtentwicklung ist mehr als reiner Wohnungsbau. Hier muss die Senatorin deutlich mehr liefern.“


Kommentare

Ein Kommentar zu “Die Mieten als sozialer Sprengstoff”

  1. barmbina am 28. Juli 2012 11.27

    In der Opposition ist gut kritisieren!
    Wenngleich die Hinweise berechtigt sind.
    Hier in Barmbek und Nachbarschaft würde ich nach Errichtung und Genehmigung einer extrem großen Zahl von Eigentumswohnungen in den Jahren unter der CDU/GAL-Regierung dafür plädieren, die wenigen noch vorhandenen und bebaubaren Freiflächen zu 100% dem geförderten Wohnungsbau zuzuführen. Wir benötigen dringend Ersatz für einige Hundert Wohnungen, die in Kürze aus der sozialen Mietbindung herausfallen werden.

    Besser noch: Milieuschutz, soziale Erhaltensverordnung, Kappung der Mietobergrenzen. Letzteres ist tatsächlich möglich, in Berlin wurde es vorgemacht.

    Liebe Grüne, ihr habt während eurer Mitregierungszeit verpennt, wichtige Weichen zu stellen. Eure Bausenatorin weigerte sich bis zuletzt, eine Wohnungsnot im unteren Preissegment anzuerkennen und anerkannte lediglich eine “angespannte Wohnlage”. Jetzt solltet ihr mit besseren Vorschlägen kommen, anstatt lediglich zu kritisieren.

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