DGB gründet Bürgerbewegung Finanzwende: „Für bessere Finanzmärkte“

Zehn Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise durch den Untergang der Lehman Brothers Investmentbank stellt die Finanzbranche neue Forderungen für eine Deregulierung unter dem Mantel der Wettbewerbsfähigkeit. Die neu gegründete Bürgerbewegung Finanzwende will diesen Forderungen entgegenwirken. Das Ziel der Finanzmarktpolitik sollte nicht einfach mehr Wettbewerbsfähigkeit sein, wie sie zunehmend gefordert wird, sondern ein Finanzsektor, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet. Deutschland braucht funktionierende Finanzmärkte – aber solche, die der Realwirtschaft dienen. Dazu braucht es eine Regulierung, nicht als Selbstzweck, sondern als Antwort auf weiterhin bestehende Missstände.

Deswegen ist der DGB Gründungsmitglied des Vereins Bürgerbewegung Finanzwende. Die Gründungsmitglieder repräsentieren ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. „Wir wollen ein stabiles, widerstandsfähiges und sozial gerechtes Finanzsystem, das nicht auf staatliche Rettungspakete angewiesen ist. Die Leidtragenden von solchen Rettungsaktionen sind oftmals Beschäftigte sowie Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Regulierung gehört vielmehr weiterentwickelt und nicht zurückgedreht. Das sollte eine Lehre aus der Lehman-Pleite und der Krise von vor zehn Jahren sein“, sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

Hoffmann sieht als größte Herausforderung der Finanzwirtschaft wieder das Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern zu gewinnen. „Weniger Regulierung ist hier nicht die richtige Antwort. Die Wirtschaft benötigt verantwortungsvolle Banken mit einer klugen strategischen Geschäftsausrichtung, mit guten Produkten für Sparer, für die Altersvorsorge und um Risiken abzusichern.“
Auch in anderen Ländern Europas gibt es Bürgerinitiativen für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Finanzsystem. Es ist wichtig, dass es solche breiten Bündnisse auch in anderen Volkswirtschaften gibt, denn Finanzmarktgeschäfte enden nicht an Ländergrenzen. Eine Regulierung stellt deswegen zunehmend eine gesamteuropäische Herausforderung dar.

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