Caritasbeschäftigte demonstrieren für Tarife

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten der Caritas im Erzbistum Hamburg am 2. Februar 2011 um 15 Uhr zu einer Demonstration auf. In dieser in der Geschichte der Caritas im Erzbistum Hamburg ersten Protestveranstaltung gegen den Erzbischof protestieren die Beschäftigten gegen Eingriffe des Erzbischofs in ihre Gehälter und für einen Tarifvertrag.

„Die Beschäftigten sind empört darüber, dass der Erzbischof ihnen im vergangenen Jahr das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen hat“, erklärt der für die Kirche und Caritas zuständige Gewerkschaftssekretär Arnold Rekittke. „Dieser in der Geschichte der Caritas einmalige Vorgang ist für viele der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Beschäftigten wollen für ihre Arbeit verlässliche Gehälter und Gewissheit darüber, dass niemand ihnen etwas gegen Recht und Gesetz wegnehmen oder streitig machen kann. Diese Verlässlichkeit kann nur durch Tarifverträge erreicht werden“, so Rekittke.

ver.di schätzt ein, dass die Bistumsleitung an einer demokratisch legitimierten Mitbestimmung nicht interessiert ist und den Dialog sowohl den gewählten Mitarbeitervertretungen und auch der zuständigen Gewerkschaft ver.di gegenüber verweigert.

Rekittke: „Stattdessen erhielten die Mitarbeitervertretungen einen ‚Maulkorb‘, so dass sie sich nicht mehr als Organ gegen die Lohnkürzungen wehren können.“

Im Erzbistum Hamburg sind ca. 6000 Menschen beschäftigt.

Das Erzbistum umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und den Landesteil Mecklenburg des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Es gelten keine Tarifverträge, sondern die sogenannte Arbeitsvertragsrichtlinie Caritas Ost. Diese wird von Arbeitgebervertretern und von ausgewählten Mitarbeitervertretungen bestimmt.

Von den Streichungen betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Altenheimen, Kitas und Schulen der Caritas.

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