Busbuchten: Sanierung schleppt sich hin

Die Sanierung maroder Bushaltestellen und Busbuchten kommt weiterhin nicht voran: Galten Anfang 2009 noch 191 Bushaltestellen in der Prioritätenliste als sanierungsbedürftig, sind es mittlerweile 212. In den Jahren 2009 und 2010 wurden zwar 69 Bushaltestellen saniert. Gleichzeitig kamen jedoch 82 weitere in die Wertung „sanierungsbedürftig“.

Dies teilte der Senat in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Karin Timmermann mit. Damit bestätigt sich erneut deren Befürchtung, dass die Schäden weiter zunehmen werden, die Stadt mit der Sanierung aber nicht hinterherkommt.

Dabei wurden in 2009 und 2010 sogar zusätzlich jeweils 1 Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm bereitgestellt („Programm zur Instandsetzung von Bushaltestellen“). Letztlich reichten diese Mittel aber nur für 24 Busbuchten, nicht genug für eine Trendumkehr.

Der Senatsantwort zufolge sind von den 212 sanierungsbedürftigen Bushaltestellen 45 zur Sanierung im nächsten Jahr vorgesehen. Die übrigen 167 sind erst in den folgenden Jahren dran. Unterdessen kommen immer neue Bushaltestellen hinzu, die dringend saniert werden müssen. „Erfreulicherweise steigt die Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln schon seit Jahren. Es gibt größere Busse, viele Haltestellen werden öfter angefahren als bisher. Viele ältere Bushaltestellen sind den gestiegenen Belastungen aber nicht gewachsen“, sagt Buschhüter.

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Karin Timmermann sagte, seit 2001 seien erst 44 Prozent der bis jetzt 381 Haltestellen umfassenden Prioritätenliste saniert worden. „Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es noch sehr lange dauern, bis ein akzeptabler Zustand hergestellt ist.“

Nach Angaben des Senats kostet die Sanierung einer Haltestelle am Fahrbahnrand 30.000 bis 50.000 Euro. Eine Busbucht schlägt mit bis zu 100.000 Euro zu Buche. „Legt man diese Zahlen zugrunde, haben wir es mit einem Sanierungsstau von bis zu 18,5 Millionen Euro zu tun“, sagen Buschhüter und Timmermann.

Als problematisch erweisen sich marode Bushaltestellen besonders für ältere und gehbehinderte Fahrgäste. Denn die sind auf einen möglichst geringen Höhenunterschied zwischen Bordsteinkante und Buseinstieg angewiesen.

Hier gibt’s die Schriftliche Kleine Anfrage „Zustand der Bushaltestellen in Hamburg (IV)

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