ver.di: Echte Mitbestimmung geht nur mit echtem Betriebsrat – die Diskussion in der neuen Onlinebranche ist eröffnet

Am gestrigen Dienstag, den 19. Januar, hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die 1.200 Beschäftigten des Hamburger Onlinespieleherstellers Goodgame Studios zu einer Betriebsversammlung im Hamburger Congresscenter eingeladen. Auf der Versammlung mit über 1.000 Teilnehmern sollte ein Wahlvorstand gewählt werden, der anschließend eine Betriebsratswahl in dem bisher betriebsratslosen Unternehmen einleiten sollte.

Die Kandidaten, die sich zur Wahl des Wahlvorstandes aufgestellt hatten, erhielten nicht die vom Betriebsverfassungsgesetz vorgesehen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, so dass auf der Versammlung kein Wahlvorstand zustande kam. Damit kann vorerst keine Betriebsratswahl bei dem Marktführer für Onlinespiele eingeleitet werden.

Den Beschäftigten bleibt jetzt die Möglichkeit einen Wahlvorstand über das Arbeitsgericht einsetzten zu lassen.

ver.di begrüßt die hohe Teilnehmerzahl bei der Versammlung, kritisiert aber gleichzeitig ein Klima der Angst, das es laut Aussagen mehrerer Beschäftigter im Vorfeld der Versammlung bei Goodgame Studios gegeben haben soll. Auch die Kündigungen von Beschäftigten, die sich Ende letzten Jahres bereits für einen Betriebsrat engagieren wollten, werden von ver.di scharf kritisiert.

Dennoch sieht ver.di den Beginn einer Diskussion über echte Mitbestimmung in der Onlinebranche.

„Trotz Kündigungen und scheinbar deutlicher Stimmungsmache gegen einen Betriebsrat im Vorfeld der Veranstaltung, war die Betriebsversammlung geprägt durch eine lebhafte und kontroverse Debatte “, sagt Gabriele Weinrich – Borg von ver.di Hamburg. „Obwohl wir bedauern, dass vorerst kein Wahlvorstand zustande gekommen ist, sehen wir den Beginn einer Diskussion über Mitbestimmung und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz in der gesamten neuen Onlinebranchen. Ein Stein wurde ins Rollen gebracht.“

Bezüglich des Bestrebens jetzt eine alternative Beschäftigtenvertretung bei Goodgame Studios einzusetzen sagt Weinrich – Borg: „Es bleibt dabei, nur ein echter Betriebsrat hat echte Mitbestimmung die gesetzlich garantiert ist.“


Kommentare

Kommentar hinterlassen...