Arbeitsmarkt: DGB bleibt pessimistisch

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in den drei norddeutschen Bundesländern gibt aus Sicht des DGB Nord weiterhin keinen Grund zur Entwarnung. Es falle auf, dass sich der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse vor allem in solchen Bereichen zeige, wo es große Probleme mit den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung gebe, also bei den Dienstleistungen, dem Gesundheitswesen und dem Handel.

Der Arbeitsmarkt im Norden sei, so DGB Nord-Chef Peter Deutschland, in den letzten Monaten wieder verstärkt in Bewegung geraten, das zeigten die steigenden Arbeitslosenmeldungen, die im Vergleich zu den beiden Vormonaten am höchsten seien. So hätten sich in Mecklenburg-Vorpommern im Oktober fast 29.000 Menschen arbeitslos gemeldet, in Schleswig-Holstein über 24.000 und in Hamburg fast 19.000. Insgesamt seien in diesem Jahr im Norden bis jetzt über 600.000 Menschen arbeitslos geworden.

Sorgenkind sei nach wie vor Mecklenburg-Vorpommern, wo es den höchsten Anstieg im Vergleich zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegeben habe und wo nur jede zweite offene Stelle ungefördert sei. Deutschland: „Der Hinweis auf die gestiegene Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse verschleiert außerdem die Tatsache, dass es auch im Norden eine hohe Zahl von Niedriglohnbeschäftigten und von Leiharbeitnehmern gibt. Das fällt bei den monatlichen Jubelmeldungen immer unter den Tisch“.

Er mache sich auch große Sorgen, dass die Finanzkrise bald auf die Arbeitsplätze durchschlage. Schon deuteten sich erste Probleme in manchen Branchen an, weil Banken Werften keine Zwischenkredite mehr geben wollten oder erste Automobilzulieferer auch im Norden im Gefolge der sich seit zwei Jahren ankündigenden und durch die Finanzkrise verstärkten Talfahrt der Branche ihre Produktion zurückfahren müssten.

Leidtragende dieser Entwicklung seien dann zuerst diejenigen, die am wenigsten abgesichert seien, dazu gehörten vor allem die Leiharbeitsbeschäftigten. Deutschland: „Beim Thema Leiharbeit muss dringend der Beschäftigungsschutz verbessert werden, sonst kommen viele unter die Räder, auch beim Thema Mindestlohn erwarten wir eine schnelle Lösung. Es kann nicht sein, dass die Regierung Milliarden locker macht, um den Banken zu helfen und beim wichtigen Thema gesetzlicher Mindestlohn blockt.“

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