Arbeitslosenrückgang: Frauen profitieren weniger

Der DGB Nord sieht die neuesten Arbeitsmarktzahlen für den August mit Skepsis. Sein Arbeitsmarktexperte Helmut Uder sagte, prinzipiell sei zwar jeder Rückgang zu begrüßen, allerdings sei der Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse gerade nach den Meldungen der letzten Tage über eine weitere Spreizung bei Löhnen und Gehältern mit Vorsicht zu betrachten. Uder: „Es gibt zweifellos Zuwächse im Handel und Dienstleistungsbereich, aber gerade dies sind die Bereiche, wo wir wachsende Probleme mit der niedrigen Bezahlung haben.“

Jobmotor sei, so Uder weiter, nach wie vor Hamburg, wo es mit 4 zu 1 das günstigste Verhältnis von Arbeitslosen und angebotenen Arbeitsplätzen gebe, während Schleswig-Holstein mit 8 zu 1 und vor allem Mecklenburg-Vorpommern mit 20 zu 1 klar dahinter lägen. Von der Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt profitierten allerdings Frauen in geringerem Ausmaß.

Uder: „So ist in Hamburg die Zahl der arbeitslosen Männer um 400 gesunken, während sie bei den Frauen um 200 anstieg. In Schleswig-Holstein stieg die Zahl der arbeitslosen Männer um 365, die der Frauen dagegen um 1100. In Mecklenburg-Vorpommern gab s zwar einen Rückgang bei Männern und Frauen, aber ebenfalls mit einem gravierenden Unterschied: Es gibt jetzt 747 arbeitslose Männer weniger, dagegen nur 88 Frauen.“ Frauen bedürften nach wie vor, so seine Schlussfolgerung, spezieller Programme, um sie wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

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