Altona: Schutz für die Elbchaussee abgelehnt

Elbchaussee – da denkt man an große alte hanseatische Villen in kleinen Parks, an die feine Gesellschaft vergangener Jahrhunderte und an Baudenkmäler. Oder an schnöden Profit: Man kann die Grundstücke auch zerteilen und die Villen durch mehr oder weniger gelungene Eigentums-Wohnungs-Klötze ersetzen. Peu à peu geht der Charme der Straße dabei vor die Hunde, meint Altonas SPD. Aber mit dem Versuch, ein weiteres Stück der womöglich weltbekannten Straße unter Schutz zu stellen, ist sie gerade gescheitert.

Ein von der SPD-Fraktion in die Bezirksversammlung eingebrachter Antrag, für einen weiteren Teil der Elbchaussee eine Erhaltensverordnung zu beschließen, wurde abgelehnt. Diese Erhaltensverordnung sollte das Gebäudeensemble der Elbchaussee 81 bis 91 vor Umbau und Abbruch schützen. Zudem sollten die noch ausstehenden Handlungsempfehlungen der von der Bezirksversammlung verabschiedeten „Stadtbilduntersuchung Elbchaussee“ der Freien und Hansestadt Hamburg umgesetzt werden.

Die Architektin Siemonsen aus Altona erstellte im Jahr 2002 eine Stadtbilduntersuchung, die empfiehlt, dieses Kleinod vor weiteren Eingriffen zu schützen. Auf der Grundlage dieser Untersuchung drängte die SPD-Fraktion bereits in der vergangen Wahlperiode, zwei Erhaltensverordnungen zu verabschieden. Gefordert werden zudem weitere Maßnahmen und potentielle Erhaltensbereiche, darunter an erster Stelle der Bereich zwischen Elbchaussee 81 und 91. Westlich davon wurde in jüngster Vergangenheit schon ein wertvolles Jugendstilgebäude abgerissen; jetzt droht der Abbruch eines weiteren Gebäudes. Die SPD-Fraktion wollte mit dem eingebrachten Antrag weiteres Unheil verhindern.

„Das Ergebnis der Abstimmung ist eine Katastrophe für das Kulturerbe der Elbchaussee, denn das Umfeld dieser weltbekannten Straße, einschließlich des Hohen Elbufers, zählt zu den prägnantesten und wertvollsten Stadträumen Europas“, stellt Wolfgang Kaeser, Mitglied im Fraktionsvorstand der SPD-Fraktion Altona, enttäuscht fest. Bereits 2001 haben die damals in der Altonaer Bezirksversammlung vertretenen Parteien die Schutzbedürftigkeit der Elbchaussee erkannt und den damaligen SPD-Antrag zur Erarbeitung einer Gestaltungsatzung einstimmig beschlossen.

„Wenn die Koalition aus CDU und GAL nicht weitere erhaltenswerte Gebäudeensemble auf der Elbchaussee schützen möchte, den Abbruch eines weiteren Gebäudes hinnimmt und sich lieber mit der zweitrangigen Frage beschäftigt, ob die Politik ausreichend beteiligt wurde, so beweist das, dass es der Koalition gleichgültig ist, was mit dem Stadtbild der Elbchaussee geschieht“, so Kaeser weiter. Er bringt es so auf den Punkt: „Man lässt zu, dass Investoren hohe Renditen auf einer der berühmtesten Stadtstraßen Deutschlands und Mitteleuropas zu Lasten von erhaltenswerten Gebäuden generieren. Wir Sozialdemokraten halten an unserer Initiative fest, das historische Gesicht der Elbchaussee zu wahren. Wir fordern die Einlösung unserer von der Bezirksversammlung beschlossenen Initiative.“

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