1962: Was Olaf Scholz den Wilhelmsburgern sagte

Während einer Gedenkfeier am Flut-Mahnmal in Wilhelmsburg hat Bürgermeister Olaf Scholz den Einsatz von Hilfskräften und Nachbarn im Jahr 1962 gewürdigt – und auch an andere Flutopfer auf der Welt erinnert: „Das eigene Erleben hat unsere Sinne noch mehr geschärft für das Leid anderer.“

Bei einer Gedenkfeier für die Opfer der Sturmflutkatastrophe von 1962 hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz in Wilhelmsburg den Einsatz der Hilfskräfte und Nachbarn zugunsten der von der Flut Betroffenen gewürdigt. „Das waren Zeugnisse der Nächstenliebe von Bürgerinnen und Bürgern, die in diesen Stunden der ganzen Stadt gezeigt haben, dass wir uns aufeinander verlassen können“, sagte Scholz am Donnerstagabend.

Die Zusammenkunft in Wilhelmsburg, 50 Jahre nach der Sturmflutkatastrophe, sei „ein Augenblick der Trauer, des Innehaltens und Erinnerns. Aber so, wie wir hier stehen, so wie die Stadt der schrecklichen Ereignisse vor 50 Jahren gedenkt, so setzen wir auch ein Zeichen, dass Hamburg eine Stadt voller Solidarität ist und bleibt – mit Herz, Verstand und Händen, die zupacken und helfen.“

Scholz nannte den damaligen Innensenator Helmut Schmidt einen „Retter, der damals einen klaren Kopf behielt und das tat, was getan werden musste. Für ihn war die nötige Hilfe der Maßstab und nicht der Aktenordner. Und weil Helmut Schmidt als Innensenator so umsichtig agierte und dabei klug auch alle Hilfe von außen herholte – auch die der Bundeswehr und ihrer Alliierten – deshalb können wir heute den Nachfahren mit so viel Respekt und Achtung berichten, wie Hamburg der Flut zu trotzen versuchte.“

Die Ereignisse im Jahr 1962 hätten Hamburg auch empfindsamer gemacht für das, was anderen in der Welt widerfährt. „Als 2004 der Tsunami auf die Küsten Asiens prallte, war die Betroffenheit auch hier groß“, erinnerte Scholz. Das gleiche habe sich wiederholt, als vor fast genau einem Jahr Japan von einem Erdbeben und einer Flutwelle schwer getroffen wurde. „Das eigene Erleben hat unsere Sinne noch mehr geschärft für das Leid anderer. Wir sind alle Bewohner dieser einen Erde. Und wir stehen einander bei, wann und wo immer jemand in Not ist. Gerade ein Land wie Deutschland ist dazu in besonderer Weise verpflichtet und befähigt“, so Scholz.

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